Rheinberg

Borth – das letzte Bergwerk am Niederrhein

Das Salzwerk Borth liegt in Rheinberg in Nordrhein-Westfalen und ist das letzte aktiv produzierende Bergwerk am Niederrhein. Hier wird sowohl Steinsalz als auch Siedesalz für den europäischen Markt gewonnen, z.B. Auftausalz für den Winterdienst, Speise- und Tafelsalzprodukte sowie hochreines Pharmasalz.

K+S Minerals and Agriculture GmbH - Salzwerk & Saline Borth
Adresse
Karlstr. 80
47495 Rheinberg
Deutschland
Kontakt
+49 (2803) 48-2212
+49 (2803) 48-499

Borther Steinsalz ist für seine hohe Reinheit bekannt und wird bergmännisch gewonnen, das heißt mittels Bohren und Sprengen. Nach einer ersten Verarbeitungsstufe unter Tage wird das grob gebrochene Salz nach über Tage gefördert, wo es weitere Mahl- und Siebstufen durchläuft, um die verschiedenen Körnungen für die Kunden zu produzieren.

Die Borther Saline liefert hochreine Siedesalzprodukte für besonders anspruchsvolle Anwendungen, wie zum Beispiel hochreines Salz für pharmazeutische Anwendungen.

Das Salzwerk Borth ist das letzte aktiv produzierende Bergwerk am Niederrhein - alle anderen Bergwerke (Kohle) wurden bereits geschlossen. Mit ca. 330 Beschäftigten ist das Werk Borth einer der wichtigsten regionalen Arbeitgeber, vergibt regelmäßig Aufträge für Zulieferungen und Dienstleistungen an Betriebe des Umlands und bietet somit die wirtschaftliche Basis für eine Vielzahl von regionalen Arbeitsplätzen.

Steckbrief

Das Werk Borth auf einen Blick

Gründungsjahr: 1897
Standorttyp: Gewinnung und Verarbeitung von Steinsalz und Siedesalz
Anzahl Mitarbeiter: ca. 330
Produkt- & Leistungsportfolio: Auftausalz, Gewerbesalz, Viehsalz, Elektrolysesalz, Speise- und Tafelsalz, Salztabletten, Geschirrspüler-Salz, hochreines Pharmasalz
Produktionskapazitäten: ca. 2.400 kt/a Steinsalz
ca. 290 kt/a Siedesalz
Arbeiten bei K+S

Ein Arbeitgeber – viele Möglichkeiten

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Offene Stellen am Standort

Ausbildungsstandort Borth

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Ausbildungsberufe am Standort

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Beruf Standort Startdatum
Standort-Historie

Die Geschichte des Werkes Borth

Unter dem Salzbergwerk Borth erstreckt sich die niederrheinische Salzpfanne mit einer Mächtigkeit von etwa 200 Metern über eine Strecke von gut 50 Kilometern bis in die Niederlande.

Im Jahr 1897 entdeckte man bei Probebohrungen nach Kohle in Rheinberg Salz- und Kalkstein-Vorkommen, die im Jahr 1906 zur Errichtung einer Sodafabrik durch die Deutschen Solvay-Werke führten. Anfangs nutzte man kleine Mengen eigener Salzsole und griff zusätzlich auf Salz von anderen Abbauorten zurück. Da die Behörden eine großflächige Aussolung der Salzvorkommen nicht genehmigten, entschied man sich für eine bergmännische Salzgewinnung, das heißt mit unterirdischen Schächten und Strecken und oberirdischem Förderturm, um den Salzbedarf für die Sodaproduktion aus eigenen Vorkommen zu decken.

Aufgrund des nahegelegenen Rheins und seiner Wasserführung gestalteten sich die Abteufarbeiten des ersten Schachtes zwischen Borth und Wallach kompliziert und langwierig. Ein folgenschwerer Wassereinbruch unter Tage mit mehreren Toten führte zur Aufgabe der Bergbautätigkeit an dieser Stelle. An den Ortsgrenzen von Borth, Menzelen-Ost, Büderich und Wallach wurden zwei neue Schachtanlagen errichtet, 1926 konnte man mit der Salzproduktion beginnen.

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Noch lange nach Aufgabe dieses Teils des Borther Bergwerks prägte der Förderturm von "Schacht Wallach" das Landschaftsbild. Erst in den 1960er Jahren wurde der Schacht endgültig verfüllt und der Förderturm demontiert. Heute sind nur noch eine leichte Erhebung zwischen den Ortsteilen Wallach und Borth sowie ein altes Maschinenhaus übrig.

In den 1960er Jahren wurde der Förderturm von Schacht I neu gebaut. Außerdem wurde das Werk um eine Saline ergänzt, in der Siedesalz für eine breite Palette Produktspezialitäten produziert wird - rund 170 Artikel, die entweder besonderen Reinheitsanforderungen unterliegen oder bei denen volle Löslichkeit ohne Rückstände ein Qualitätskriterium ist. Ein Großteil des Siedesalzes wird zu Produkten für die Wasserenthärtung (zum Beispiel Tablettensalz), zu Speisesalz und zu hochreinen Pharmasalzen verarbeitet.

Bei ihrer Betriebsaufnahme im Jahr 1964 war die Saline eine der wenigen Anlagen dieser Art in Deutschland und mit einer Produktionskapazität von 150.000 Tonnen pro Jahr gleichzeitig eine der größten. Inzwischen verfügen fast alle Salzproduzenten über die Möglichkeit zur Siedesalzherstellung, gleichzeitig sind die Anlagen wesentlich größer geworden. Auch die Borther Saline wurde inzwischen auf 300.000 Jahrestonnen ausgebaut. Während andere Anlagen auf Salzsole zurückgreifen, wird in ihr jedoch festes Steinsalz für den Kristallisationsprozess genutzt. Dieses Verfahren hat mehrere Vorteile: Zum einen nutzt es den bei der Steinsalzherstellung anfallenden Puderanteil als Ausgangsrohstoff, statt ihn entsorgen zu müssen. Zum anderen kommt das Produktionsverfahren mit relativ wenig Energie aus und kann bei der Abtrennung unlöslicher Mineralien vollständig auf Chemikalien verzichten.

In den 1980er und 1990er Jahren folgte eine Reihe Modernisierungs- und Ausbauarbeiten im Werk, unter anderem wurden beispielsweise eine Palettierhalle samt automatischer Absackungs- und Palettiertechnik gebaut.

Mit der Gründung der esco - european salt company als Joint Venture der K+S Aktiengesellschaft und der Solvay S.A. im Jahr 2002 wurde das Werk in die esco- und schließlich in die K+S Gruppe integriert. 2006 wurde der Förderturm von Schacht II erneuert, 2008 eine neue Rohsalzmühle errichtet, und 2010 / 2011 wurden die Fördermaschinen für Schacht I und II erneuert. 2012 folgte die Sanierung von Schacht II, 2013 wurden das Verpackungsgebäude saniert und eine neue Servicehalle errichtet. 2014 / 2015 wurde teils aus Rentabilitäts-, teils aus Qualitätsgründen in die Modernisierung des Transports vom Werksgelände zum Rhein investiert.

Von Anfang an hatte die Anbindung an Schienennetz und Binnenschifffahrt für das Salzwerk Borth eine wichtige Rolle gespielt. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es ein gut ausgebautes, durchgehendes Streckennetz in der Region - die 1904 eröffnete "Niederrheinstrecke" erstreckte sich von Moers bis Kleve und bot weitreichende Transportmöglichkeiten vom Niederrhein in das überregionale Streckennetz.

Viele Jahre lang, bis Ende 2014 transportierte eine Werksbahn loses Steinsalz in seinerzeit noch offenen Waggons zur Rhein-Verladestelle "An der Momm" in Ossenberg, von wo es mit Binnenschiffen weiterbefördert wurde. Anfang 2015 wurde die Bahnstrecke stillgelegt, seitdem transportieren Lkw das lose Steinsalz aus Borth zum modernisierten Rheinhafen Wesel.

Meilensteine

1906 – Bau der Schächte

1926 – Beginn der Salzproduktion

1964 - 1965 Neubau Förderturm Schacht 1 und Baubeginn Saline

1985 – Bau der Palettierhalle und Installation automatischer Sackpalettierer

1998 – Erweiterung der Palettierhalle und Installation neuer Absackungs- und Palettierungstechnik

2002 – Mit dem Joint Venture zwischen K+S und Solvay und Gündung der esco - european salt company kommt das Werk zur K+S Gruppe

2006 – Neuer Förderturm Schacht II

2008 – Bau neue Rohsalzmühle

2010 - 2011 – Erneuerung der Fördermaschinen für Schacht II und Schacht I

2012 – Sanierung Schacht II

2013 – Sanierung Verpackungsgebäude und Neubau Servicehalle

2015 – Umstellung von Bahn- auf Lkw-Verkehr für den Transport von losem Salz zur Rhein-Verladestelle "An der Momm"

Kontakt

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Personalleiter
K+S Aktiengesellschaft
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HR Recruiting für die Standorte Bad Hersfeld, Zielitz, Bernburg, Grasleben, Hildesheim, Rheinberg und Staudt (Ickenroth GmbH)
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