Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Herausforderungen der Kaliproduktion und die Notwendigkeit von geeigneten Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Rohstoffproduktion in Deutschland. In diesem Zusammenhang ging es insbesondere um die Entsorgungsmöglichkeiten für die zwangsläufig anfallenden flüssigen Rückstände der Kaliproduktion.
„Die Zukunft des Werra-Reviers ist für Thüringen und Hessen gleichermaßen von großer Bedeutung“, sagte der K+S-Vorstandsvorsitzende Meyer. „Umso wichtiger ist es, dass Politik, Unternehmen und Arbeitnehmervertreter gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten, um Rohstoffgewinnung und -aufbereitung heute und in Zukunft im Werratal zu halten. Ministerpräsident Voigt hat deutlich gemacht, welchen Stellenwert Industriearbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und eine starke Rohstoffwirtschaft für Thüringen haben.“
Ministerpräsident Voigt betonte die Bedeutung des Standorts: „Das Werk Werra ist ein wichtiger industrieller Anker für das Werratal. Hier geht es um viele gute Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und die Versorgung mit wichtigen heimischen Rohstoffen. Wir wollen, dass hier auch in Zukunft heimische Rohstoffe gewonnen werden. Gleichzeitig wissen wir um die besondere Verantwortung für Werra und Weser. Deshalb brauchen wir einen Weg, der industrielle Zukunft, sichere Arbeitsplätze und einen wirksamen Umwelt- und Gewässerschutz dauerhaft miteinander verbindet. Dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen und tragfähige Lösungen notwendig.“
Entsorgung flüssiger Rückstände ab 2028
Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die Bewirtschaftungsplanung der Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser) und die wasserrechtliche Einleiterlaubnis für die Zeit nach 2027. K+S erläuterte die großen Fortschritte, die bei der Reduzierung der Produktionswässer und der Entlastung von Werra und Weser erzielt wurden. Gleichzeitig verwies das Unternehmen auf die veränderten Rahmenbedingungen bei der Entsorgung: Die Einstapelung im Grubenfeld Springen war als zentraler Baustein im Maßnahmenprogramm der FGG Weser vorgesehen. Nach einem langjährigen Genehmigungsprozess wurde dieser Entsorgungsweg jedoch wegen des fehlenden Einvernehmens der hessischen Genehmigungsbehörde nicht zugelassen. Aus Sicht von K+S muss diese veränderte Ausgangslage bei der Überprüfung der Bewirtschaftungsplanung angemessen berücksichtigt werden.
Meyer sagte dazu: „Wir haben Werra und Weser bereits ganz erheblich entlastet und werden diesen Weg fortsetzen. Gleichzeitig müssen die tatsächlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, damit wir unseren wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Rohstoffunabhängigkeit Deutschlands und Europas weiterhin leisten können. Der Austausch mit Ministerpräsident Voigt hat gezeigt, dass die Bedeutung verlässlicher und praxisgerechter Lösungen für die Zukunft der Region und ihrer Arbeitsplätze verstanden wird.“
Projekt Werra 2060 bietet langfristige Perspektive für das Werk
Ministerpräsident Voigt erhielt auch einen Einblick in das Transformationsprojekt Werra 2060. K+S investiert rund 600 Millionen Euro in die grundlegende Umstellung seiner Produktionsverfahren auf eine trockene Aufbereitung und die weitere Verringerung der Umweltauswirkungen. Das Vorhaben wird sozialpartnerschaftlich von Management und Arbeitnehmervertretung gemeinsam getragen und gestaltet. Für den Standort Unterbreizbach bedeutet Werra 2060 insbesondere den langfristigen Erhalt der Fabrik sowie eine deutliche Verlängerung der Laufzeit der untertägigen Rohsalzgewinnung in der Thüringer Grube. Damit schafft das Projekt eine wichtige Zukunftsperspektive für diesen Standort und das Werk Werra insgesamt.
Ministerpräsident Voigt zeigte sich von dem Vorhaben überzeugt: „Eine Investition von rund 600 Millionen Euro ist ein starkes Bekenntnis zur Zukunft des Werra-Reviers. Mit Werra 2060 geht K+S einen wichtigen Schritt, um die Produktion moderner aufzustellen, Umweltbelastungen weiter zu reduzieren und Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung in der Region langfristig zu erhalten. Die Landesregierung wird diesen Weg begleiten mit dem gemeinsamen Ziel, den Rohstoffabbau langfristig zu sichern und zugleich die Belastungen für Werra und Weser weiter zu verringern. Entscheidend ist, dass wirtschaftliche Zukunft und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen gemeinsam gedacht werden.“
K+S-CEO Meyer erklärte: „Wir gestalten die Transformation gemeinsam mit unseren Beschäftigten. Werra 2060 sichert die Zukunft der Kaliproduktion im Werrarevier, und K+S übernimmt damit zugleich auch Verantwortung für die langfristige Rohstoffresilienz unserer Gesellschaft.“
Bildquelle: TSK/Jacob Schröter
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