Umgang mit bergbaulichen Rückständen
Als Anbieter mineralischer Produkte fallen bei K+S flüssige und feste bergbauliche Rückstände an. Für den Umgang mit diesen Rückständen werden technische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Dabei werden Verfahren eingesetzt, die auf die Verringerung von Umweltauswirkungen im Zusammenhang mit der Produktion ausgerichtet sind.
Natürliche Ressourcen effizient und innovativ zu nutzen, ist der Fokus unserer Forschung und Entwicklung. Wir unternehmen große Anstrengungen, um die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.
Salzhaltige Abwässer
Haldenabdeckung zur Reduzierung der salzhaltigen Abwässer
Unsere Ziele zum Thema gelöste Rückstände
Ziele für das Jahr 2030:
- Unser Ziel ist es in Deutschland zusätzlich 0,5 Mio. m3 salzhaltiges Prozesswasser aus der Kaliproduktion bis 2030 jährlich zu reduzieren. Die Einsparung erfolgt zusätzlich zu den Mengen durch die KKF-Anlage am Standort Werra und ohne Berücksichtigung der Einsparungen durch das Ende der Produktion in Sigmundshall 2018.
- Unser Ziel ist es weitere 155 Hektar Haldenfläche bis 2030 abzudecken und somit den Anfall von Haldenwässern weiter zu reduzieren bzw. zu vermeiden.
Durch die zusätzlich abgedeckte Haldenfläche wird das Eindringen von Regenwasser in den Haldenkörper minimiert und somit die Entstehung von Haldenwasser reduziert. Die Abdeckung der Halden erfolgt mit standortangepassten Abdecksystemen und ausgewählten Abdeckmaterialien sowie durch Polder auf den Haldentops. Berücksichtigt werden große und mittelgroße Halden (> 15 ha). Dazu zählen sowohl Halden der aktiven Standorte Wintershall, Hattorf, Neuhof-Ellers sowie Zielitz als auch der inaktiven Standorte Sigmundshall, Niedersachsen (Wathlingen), Friedrichshall, Bergmannssegen-Hugo und Siegfried-Giesen. Voraussetzungen für eine Haldenabdeckung sind u.a. die Materialverfügbarkeit sowie die technische Umsetzbarkeit und wirtschaftliche Machbarkeit, unter Vorbehalt des Genehmigungsverfahrens. Die abgedeckte Haldenfläche bezieht sich auf die für die Reduzierung der Haldenwasser relevante Aufstandsfläche der Rückstandshalden. Dafür wird die abgedeckte Fläche auf die Aufstandsfläche projiziert. Den Fortschritt überprüfen wir durch jährliche Aufmaße.
Unsere Maßnahmen zur Zielerreichung und deren erwartetes Ergebnis
Kontinuierliche Verringerung der Salzbelastung
Die Förderung und Aufbereitung unserer Rohstoffe sowie die Aufhaldung des Rückstands in der Kali-Industrie sind mit der Entstehung salzhaltiger Abwässer verbunden. K+S arbeitet intensiv an der Umsetzung von Maßnahmen zur Senkung der Salzbelastung von Gewässern. Hierzu zählen unter anderem Maßnahmen zur Abdeckung der Rückstandshalden wie auch die Inbetriebnahme der Kainit-Kristallisations- und Flotationsanlage (KKF-Anlage) am Standort Hattorf des Werks Werra im Januar 2018.
Alleine die KKF-Anlage reduziert den Anteil des Salzwassers nochmals um rund 20 Prozent. Schwerpunkte bilden, wie im Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm Salz der Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser festgelegt, unter anderen die Themen Salzlösungseinstapelung unter Tage sowie die Abdeckung der Rückstandshalden, um mittel- und langfristig den Anfall der Haldenwässer deutlich zu reduzieren.
Aufhaldung
Mögliche Auswirkungen messen und beobachten
Umfangreiche Monitoring-Programme messen und beobachten mögliche Auswirkungen der Halden auf Wasser, Luft und Boden. Die daraus generierten Daten stehen den Genehmigungsbehörden jederzeit zur Verfügung.
Außerdem erfolgen regelmäßige Befahrungen zur Überwachung des Haldenbetriebs. Über die Planung und Umsetzung der Maßnahmen werden die Behörden ausführlich informiert.
Unser Ziel zum Thema feste Rückstände
Das Ziel für das Jahr 2030:
- Unser Ziel ist es, ab dem Jahr 2030 in der Lage zu sein, jährlich drei Millionen Tonnen Rückstand für andere Zwecke als für die Aufhaldung zu verwenden.
Dieses Ziel wollen wir über eine alternative Verwertung des Haldenmaterials und eine Rückstandsvermeidung durch die Erhöhung der Rohstoffausbeute erreichen. Die Kennzahl erfassen wir projektbezogen nach Art der Rückstandsverwertung bzw. Rückstandsvermeidung. Rückstand ist fester bergbaulicher Produktionsrückstand aus der Kaliproduktion, der keiner wirtschaftlichen Nutzung am Standort zugeführt werden kann und zur Entsorgung bisher größtenteils aufgehaldet wird. Die Kennzahl bezieht sich auf die deutschen Standorte, an denen fester Rückstand anfällt: Dies sind die Werke Werra, Zielitz und Neuhof-Ellers.
Unsere Maßnahmen zur Zielerreichung und deren erwartetes Ergebnis
Mehrwert für Pflanzen und Tiere
Zur langfristigen Sicherung der Kaliproduktion sind Erweiterungen der bestehenden Rückstandshalden erforderlich. Im Zusammenhang mit den Haldenerweiterungen sind umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen. Die Ausgleichsmaßnahmen umfassen langfristig ausgerichtete Projekte, um neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen bzw. bestehende aufzuwerten. Ersatzaufforstungen werden, wenn möglich, auf naturschutzfachlich minderwertigen Flächen durchgeführt, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu schonen.
Umfangreiche Artenschutzmaßnahmen werden durchgeführt sowie neue Habitate in angrenzenden Gebieten geschaffen. Stillgelegte mittelgroße Althalden werden im Rahmen unserer Althaldenstrategie sukzessiv abgedeckt, um langfristige Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu vermeiden bzw. zu verringern.