Eine Fischaufstiegsanlage von oben betrachtet.
Ressourcen

Umgang mit bergbaulichen Rückständen

Als Anbieter mineralischer Produkte fallen bei K+S flüssige und feste bergbauliche Rückstände an. Für den Umgang mit diesen Rückständen werden technische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Dabei werden Verfahren eingesetzt, die auf die Verringerung von Umweltauswirkungen im Zusammenhang mit der Produktion ausgerichtet sind.

Dr. Carin-Martina Tröltzsch
Natürliche Ressourcen effizient und innovativ zu nutzen, ist der Fokus unserer Forschung und Entwicklung. Wir unternehmen große Anstrengungen, um die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.
Dr. Carin-Martina Tröltzsch
Flüssige Rückstände

Salzhaltige Abwässer

Eine Fußgängerbrücke über einen Fluss.

Wasser ist für K+S eine sehr wichtige Ressource. In vielen Prozessen setzen wir Wasser in unterschiedlichen Qualitäten ein. Wir benötigen Wasser beim Abbau und zur Förderung an bestimmten Lagerstätten, in der Produktion und in der Anwendung bestimmter Produkte, z. B. in der Landwirtschaft. Die K+S Gruppe arbeitet kontinuierlich daran, die unvermeidlichen Eingriffe in die Natur, die mit der Förderung und Aufbereitung von Rohstoffen verbunden sind, so gering wie möglich zu halten. Unser Bestreben ist es, wasserbezogene Auswirkungen auf ein Minimum zu beschränken und auch den Wassereinsatz effizient zu gestalten.

Begrünung

Haldenabdeckung zur Reduzierung der salzhaltigen Abwässer

Ziele

Unsere Ziele zum Thema gelöste Rückstände

Ziele für das Jahr 2030:

  • Unser Ziel ist es in Deutschland zusätzlich 0,5 Mio. m3 salzhaltiges Prozesswasser aus der Kaliproduktion bis 2030 jährlich zu reduzieren. Die Einsparung erfolgt zusätzlich zu den Mengen durch die KKF-Anlage am Standort Werra und ohne Berücksichtigung der Einsparungen durch das Ende der Produktion in Sigmundshall 2018.
  • Unser Ziel ist es weitere 155 Hektar Haldenfläche bis 2030 abzudecken und somit den Anfall von Haldenwässern weiter zu reduzieren bzw. zu vermeiden.

Durch die zusätzlich abgedeckte Haldenfläche wird das Eindringen von Regenwasser in den Haldenkörper minimiert und somit die Entstehung von Haldenwasser reduziert. Die Abdeckung der Halden erfolgt mit standortangepassten Abdecksystemen und ausgewählten Abdeckmaterialien sowie durch Polder auf den Haldentops. Berücksichtigt werden große und mittelgroße Halden (> 15 ha). Dazu zählen sowohl Halden der aktiven Standorte Wintershall, Hattorf, Neuhof-Ellers sowie Zielitz als auch der inaktiven Standorte Sigmundshall, Niedersachsen (Wathlingen), Friedrichshall, Bergmannssegen-Hugo und Siegfried-Giesen. Voraussetzungen für eine Haldenabdeckung sind u.a. die Materialverfügbarkeit sowie die technische Umsetzbarkeit und wirtschaftliche Machbarkeit, unter Vorbehalt des Genehmigungsverfahrens. Die abgedeckte Haldenfläche bezieht sich auf die für die Reduzierung der Haldenwasser relevante Aufstandsfläche der Rückstandshalden. Dafür wird die abgedeckte Fläche auf die Aufstandsfläche projiziert. Den Fortschritt überprüfen wir durch jährliche Aufmaße. 

Maßnahmen

Unsere Maßnahmen zur Zielerreichung und deren erwartetes Ergebnis

Umstellung der Kaliproduktion auf trockene Verfahren (ESTA®- Verfahren) ohne Prozesswasseranfall am Werk Werra
Umstellung der Kaliproduktion auf trockene Verfahren (ESTA®- Verfahren) ohne Prozesswasseranfall am Werk Werra
Reduzierung des Prozesswasseranfalls um insgesamt ca. 50 % am Werk Werra. Ebenfalls wird die Aufhaldung am Standort Wintershall nach aktuellem Planungsstand um ca. 90% reduziert.
Umbau des Fabrikbetriebes Unterbreizbach am Werk Werra zu einem modernen Aufbereitungsstandort
Umbau des Fabrikbetriebes Unterbreizbach am Werk Werra zu einem modernen Aufbereitungsstandort
Reduzierung des Prozesswasseranfalls um insgesamt ca. 50 % am Werk Werra. Ebenfalls wird die Aufhaldung am Standort Wintershall nach aktuellem Planungsstand um ca. 90% reduziert.
Haldenabdeckung an verschiedenen Kalistandorten
Haldenabdeckung an verschiedenen Kalistandorten
Die Maßnahme zahlt auf unser gesetztes Ziel der zusätzlich abgedeckten Haldenfläche ein und trägt damit zur Reduzierung von salzhaltigem Wasser bei. Außerdem hat die Maßnahme das Ziel, biodiversitätsfördernde Naturräume zu erhalten und bergbaulich genutzte Flächen in der Nachbetriebsphase wieder nutzbar zu machen.
Salzhaltige Abwässer

Kontinuierliche Verringerung der Salzbelastung

Ein Industriekomplex mit großen Gebäuden und einem weit verzweigten Rohrleitungssystem. Im Hintergrund sind bewaldete Flächen und eine große weiße Salzhalde zu sehen. Der Himmel ist klar und deutet auf gutes Wetter hin.
Die KKF-Anlage am Standort Hattorf

Die Förderung und Aufbereitung unserer Rohstoffe sowie die Aufhaldung des Rückstands in der Kali-Industrie sind mit der Entstehung salzhaltiger Abwässer verbunden. K+S arbeitet intensiv an der Umsetzung von Maßnahmen zur Senkung der Salzbelastung von Gewässern. Hierzu zählen unter anderem Maßnahmen zur Abdeckung der Rückstandshalden wie auch die Inbetriebnahme der Kainit-Kristallisations- und Flotationsanlage (KKF-Anlage) am Standort Hattorf des Werks Werra im Januar 2018.

Alleine die KKF-Anlage reduziert den Anteil des Salzwassers nochmals um rund 20 Prozent. Schwerpunkte bilden, wie im Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm Salz der Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser festgelegt, unter anderen die Themen Salzlösungseinstapelung unter Tage sowie die Abdeckung der Rückstandshalden, um mittel- und langfristig den Anfall der Haldenwässer deutlich zu reduzieren.

Feste Rückstände

Aufhaldung

Die Halde in Sigmundshall.

Die Reduzierung der Aufhaldung und Vermeidung von festen Rückständen ist bei K+S gruppenweites Ziel. Feste Rückstände fallen im Bergbau bei der Gewinnung und Aufbereitung von Kalirohsalzen an. Die Aufschüttung von Halden erfolgt unter Beachtung der jeweiligen Standortbedingungen und der Minimierung von Umweltauswirkungen durch Weiterentwicklung der Technik.

Monitoring

Mögliche Auswirkungen messen und beobachten

Umfangreiche Monitoring-Programme messen und beobachten mögliche Auswirkungen der Halden auf Wasser, Luft und Boden. Die daraus generierten Daten stehen den Genehmigungsbehörden jederzeit zur Verfügung.

Außerdem erfolgen regelmäßige Befahrungen zur Überwachung des Haldenbetriebs. Über die Planung und Umsetzung der Maßnahmen werden die Behörden ausführlich informiert.

Ziel

Unser Ziel zum Thema feste Rückstände

Das Ziel für das Jahr 2030:

  • Unser Ziel ist es, ab dem Jahr 2030 in der Lage zu sein, jährlich drei Millionen Tonnen Rückstand für andere Zwecke als für die Aufhaldung zu verwenden.

Dieses Ziel wollen wir über eine alternative Verwertung des Haldenmaterials und eine Rückstandsvermeidung durch die Erhöhung der Rohstoffausbeute erreichen. Die Kennzahl erfassen wir projektbezogen nach Art der Rückstandsverwertung bzw. Rückstandsvermeidung. Rückstand ist fester bergbaulicher Produktionsrückstand aus der Kaliproduktion, der keiner wirtschaftlichen Nutzung am Standort zugeführt werden kann und zur Entsorgung bisher größtenteils aufgehaldet wird. Die Kennzahl bezieht sich auf die deutschen Standorte, an denen fester Rückstand anfällt: Dies sind die Werke Werra, Zielitz und Neuhof-Ellers.

Maßnahmen

Unsere Maßnahmen zur Zielerreichung und deren erwartetes Ergebnis

Grundwassermonitoring an den aktiv betriebenen und inaktiven/stillgelegten Halden sowie nach Bedarf Befliegungen und geophysikalische Messungen am Werk Neuhof-Ellers und am Werk Werra
Grundwassermonitoring an den aktiv betriebenen und inaktiven/stillgelegten Halden sowie nach Bedarf Befliegungen und geophysikalische Messungen am Werk Neuhof-Ellers und am Werk Werra
Transparenz bzgl. der Auswirkungen der bestehenden und zukünftigen übertägigen Rückstandsentsorgungen auf das Grundwasser.
Bau und Betrieb von Kompensations-, Entnahme- und/oder Sicherungsbrunnen sowie Linien- und/oder Tiefendrainagen an den Werken Werra, Sigmundshall, Neuhof-Ellers und Zielitz
Bau und Betrieb von Kompensations-, Entnahme- und/oder Sicherungsbrunnen sowie Linien- und/oder Tiefendrainagen an den Werken Werra, Sigmundshall, Neuhof-Ellers und Zielitz
Salzemissionen, die über die Restinfiltration in den Untergrund gelangen, werden dem Grundwasserleiter wieder entnommen.
Nutzung von optischer Farberkennung (Farbzeilenkameras) am Werk Neuhof-Ellers
Nutzung von optischer Farberkennung (Farbzeilenkameras) am Werk Neuhof-Ellers
Verbesserung der Wertstoffausbeute.
Umstellung des Aufbereitungshilfsstoffes, Optimierungen in der Prozesssteuerung, verbesserte Umsetzung von Instandhaltungen sowie intensive Schulung der Arbeitnehmer bei der elektrostatischen Trennung am Werk Werra
Umstellung des Aufbereitungshilfsstoffes, Optimierungen in der Prozesssteuerung, verbesserte Umsetzung von Instandhaltungen sowie intensive Schulung der Arbeitnehmer bei der elektrostatischen Trennung am Werk Werra
Verbesserung der Wertstoffausbeute.
Intensivierter Sylvinitabbau mit Versatz am Werk Werra und im Versuchsabbau in der Grube Hattorf-Wintershall sowie am Werk Zielitz
Intensivierter Sylvinitabbau mit Versatz am Werk Werra und im Versuchsabbau in der Grube Hattorf-Wintershall sowie am Werk Zielitz
Rückstandsvermeidung über Tage.
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Mehrwert für Pflanzen und Tiere

Ein Bild der Eichenallee im Malchustal.
Eichenallee im Malchustal

Zur langfristigen Sicherung der Kaliproduktion sind Erweiterungen der bestehenden Rückstandshalden erforderlich. Im Zusammenhang mit den Haldenerweiterungen sind umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen. Die Ausgleichsmaßnahmen umfassen langfristig ausgerichtete Projekte, um neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen bzw. bestehende aufzuwerten. Ersatzaufforstungen werden, wenn möglich, auf naturschutzfachlich minderwertigen Flächen durchgeführt, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu schonen.

Umfangreiche Artenschutzmaßnahmen werden durchgeführt sowie neue Habitate in angrenzenden Gebieten geschaffen. Stillgelegte mittelgroße Althalden werden im Rahmen unserer Althaldenstrategie sukzessiv abgedeckt, um langfristige Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu vermeiden bzw. zu verringern.

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