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Einmal Kanada und zurück

Erfahrungen im Ausland sammeln und damit die berufliche Karriere voranbringen: Bei K+S ist dies möglich und ausdrücklich erwünscht. Für den Geologen Dr. Stefan Höntzsch war der dreieinhalbjährige Aufenthalt bei Windsor Salt in Kanada in vielerlei Hinsicht ein besonderes Erlebnis.

Zielitz, Sachsen-Anhalt, an einem warmen Montagvormittag im September: Der 39-jährige Stefan Höntzsch ist im nördlichsten aktiven Kaliwerk Deutschlands angekommen. Es liegen rund drei Stunden Autofahrt hinter ihm, seit er in Kassel noch im Dunkeln losfuhr. In Zielitz startet Höntzsch nun bereits seine dritte berufliche Station innerhalb der K+S Gruppe. Wie schon zweimal zuvor in seiner noch recht jungen Karriere ist er neugierig auf das, was vor ihm liegt.

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Der agile Sachse hat an der renommierten TU Bergakademie in Freiberg studiert. „Steine haben mich schon als Kind fasziniert. Daher war für mich sehr früh klar, dass ich damit später im Beruf etwas zu tun haben wollte“, sagt Höntzsch zu seiner Motivation, gerade diese berufliche Richtung einzuschlagen. Im Jahre 2006 ging er im Rahmen des Studiums erstmals für einige Monate ins Ausland, um an der Colorado State University in Fort Collins an seiner Diplomarbeit zu schreiben. Später promovierte er an der Universität Bremen. Bestens ausgebildet begann er so im Jahre 2011 in der Abteilung Geologie von K+S in Kassel. In den ersten Jahren beschäftigte er sich mit der Kali- und Salzexploration, mit der Schätzung von Rohstoffreserven in den K+S-Bergwerken sowie mit der Bewertung von geologischen Risiken im Bergbau. Zudem war er als Werksgeologe für den Standort Neuhof-Ellers zuständig. 

Auch im privaten Umfeld lebt er sich in Nordhessen ein, kauft gemeinsam mit seiner Ehefrau ein Haus im Süden Kassels. Im Jahre 2014 wird Höntzsch erstmals Vater. „Dennoch habe ich stets auf eine Möglichkeit gewartet, einmal auch im Ausland für K+S tätig zu sein“. Seine Chance kommt dann zu Jahresbeginn 2016, als er vom damaligen Leiter, Frank Hunstock, gefragt wurde, ob er das Technical Center North America mit aufbauen möchte. Er wechselt als Senior Geologe zur kanadischen Salztochter Windsor Salt. In Windsor, direkt an der südlichen Grenze zu den USA vis-à-vis zur Autostadt Detroit gelegen, soll er gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Hagen Jeschke die neue Abteilung aufbauen. Die Einheit soll für einen besseren Wissens- und Erfahrungsaustausch beim Salzbergbau zwischen den deutschen und den kanadischen Standorten sorgen. „Wir haben quasi bei null angefangen, da die geschaffene Funktion ja komplett neu war. Das war rückblickend sehr spannend, ich konnte mich bei der Arbeit sehr gut entfalten und meine eigenen Ideen von Beginn an einbringen.“ Die Herzlichkeit der neuen Kollegen in Windsor hat ihm dabei sehr geholfen. „Die Menschen in Kanada und den USA habe ich als sehr offen und freundlich erlebt. Ich habe schnell Kontakt gefunden und daher keine Probleme bei der Anpassung an die neuen Gegebenheiten gehabt.“ 

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Nach einem Monat folgen auch seine Ehefrau und seine beiden Töchter zu ihm nach Nordamerika. Töchterlein Mathilda kam zwar noch in Deutschland zur Welt, wuchs dann aber in Kanada auf. „Es war sehr spannend, gemeinsam mit der kleinen Tochter ein neues Land kennen zu lernen.“ Damit der Nachwuchs mit der Heimatsprache vertraut bleibt, spricht die Familie zu Hause weiter Deutsch. Höntzsch ist in dieser Zeit dienstlich viel unterwegs, da er für sechs kanadische und US-amerikanische Bergwerke zuständig ist. Er sammelt umfangreiche Daten, um die Potenziale und Risiken der Salzstandorte in Nordamerika zu bewerten. „Geologisch am interessantesten ist meiner Meinung nach das Morton-Salzbergwerk Weeks Island in Lousiana, weil dort die Gebirgsformation sehr komplex und ganz anders als in den Schwesterwerken ist.“ Gefragt nach seinen Lieblingsorten fällt auch der Name Mines Seleine, einem sehr abgelegenen Salzbergwerk auf einer Insel in Quebec ganz im Nordosten Kanadas, an dem hauptsächlich Französisch gesprochen wird. Sein spannendstes Projekt während der Zeit in Kanada war die Planung und der Aufbau eines neuen Kavernenfelds zur Salzgewinnung mitten im Stadtgebiet von Windsor. 

„Auch mein Privatleben hat in Kanada gut funktioniert, da auch meine Frau fließend Englisch spricht und wir gemeinsam mit den Kindern viele tolle Sachen erlebt haben“. Seine Gattin Susan, die in Deutschland Personalpsychologie studiert hatte, macht sich während des gemeinsamen Aufenthalts als Karrierecoach für Expatriates selbständig. „Es ist aus meiner Sicht sehr wichtig, dass auch die Partner von Expats im Ausland beruflich Fuß fassen, sonst kann ein Auslandsaufenthalt auch ganz schnell schief gehen, wenn sich der Partner nicht wohl fühlt.“

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Seiner großen Leidenschaft, dem Marathonlaufen, konnte Stefan Höntzsch auch in Nordamerika weiter nachgehen. So bestritt er 2019 den Marathon im benachbarten Detroit in knapp vier Stunden: „Ein grandioses Erlebnis, einen Marathon durch solch eine Großstadt in den USA zu laufen. Dort ist alles nochmal ein bis zwei Stufen emotionaler als in Deutschland!“

Als sich abzeichnete, dass K+S die Operative Einheit Americas, zu der auch Windsor Salt gehört, verkaufen wird, zieht es Höntzsch wieder zurück in die alte Heimat. Er findet eine interessante Stelle im Kaliwerk Zielitz. Als verantwortlicher Wertstoffoptimierer arbeitet Höntzsch dort nun seit Oktober direkt unter der Produktionsleitung daran, nach Wegen zu suchen, um mittel- bis langfristig mehr Wertstoff aus dem gewonnenen Rohsalz herauszuholen. „Spannend an meiner neuen Aufgabe ist, dass ich dort nicht nur geologisch arbeite, sondern auch mit Technologie und maschinellen Prozessen zu tun habe. Dadurch kann ich mir neues Wissen aneignen.“

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Die Rückkehr von Kanada nach Deutschland war für ihn kein Kulturschock: „Ich habe mich sehr schnell hierzulande wieder eingelebt. In Zielitz haben es mir die Kollegen von Beginn an sehr leicht gemacht und mich positiv aufgenommen.“ Auch seine Frau hat schnell einen zusätzlichen Job gefunden und arbeitet nun an der Hochschule Fulda als Koordinatorin für ausländische Studierende. Für die beiden Kinder, mittlerweile drei und sechs Jahre alt, ist die Umstellung ohnehin kein Thema, da nun auch Großeltern und Verwandte wieder viel näher sind als früher. Dennoch freut sich die gesamte Familie bereits auf einen baldigen Besuch in der alten Heimat Windsor.

Sein hohes Engagement und seine Bereitschaft, Wissen zu teilen, zeigt sich auch in seiner freiwilligen Tätigkeit als MINT-Botschafter von K+S. So besucht er immer wieder Schulen und erklärt den Jugendlichen, was man über die Geologie des Salzes wissen sollte. 

Da sein Heimatort Kassel zu weit von Zielitz entfernt ist, um täglich zu pendeln, wohnt Höntzsch nun unter der Woche in einer kleinen Einzimmerwohnung im nahegelegenen Magdeburg. „Natürlich fällt es schwer, die Familie nicht jeden Tag bei sich zu haben. Aber umso mehr freuen sich dann Frau und Kinder, wenn ich zum Wochenende wieder nach Hause komme!“ 

Was rät Stefan Höntzsch Kollegen, die auch mit einem Einsatz im Ausland liebäugeln?

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„Man muss vor allem sehr offen für etwas Neues und auch sehr kontaktfreudig sowie kommunikativ sein." Stefan Höntzsch sieht sich auf seiner aktuellen Position noch lange nicht am Ende der Karriereleiter angekommen. „Mein nächstes Ziel ist es, eines Tages auch Führungsverantwortung zu übernehmen.“ An welchem Ort oder Land dies sein wird, lässt er bewusst offen.

Zur Person

Stefan Höntzsch, Jahrgang 1981, wächst in Großenhain bei Dresden in Sachsen auf. Nach dem Abitur studiert er von 2001 bis 2007 an der TU Bergakademie Freiberg Geologie. Als sogenannter Bergbaubeflissener absolviert er viele Praktika im deutschen Bergbau, in der Steinkohle, Braunkohle und bei K+S. Anschließend schreibt er Teile seiner Diplomarbeit an der Colorado State University in Fort Collins, USA. Von 2008 bis 2011 promoviert er an der Universität Bremen in Geologie und Erd-/Geowissenschaften. Seine Hobbies sind Marathonlaufen, Fußball und Fotografie. 

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