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Haldenerweiterung Wintershall

Ohne Haldenbewirtschaftung keine Kaliproduktion

Im Kaliwerk Werra werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert, aus denen hochwertige Produkte – Mineraldünger, Pharmasalze und Industrieprodukte – hergestellt werden. Wie bei jeder Rohstoffverarbeitung lassen sich trotz technisch fortschrittlicher Verfahren feste und flüssige Produktionsrückstände aber nicht vermeiden.

Das Genehmigungsverfahren zur Erweiterung der Rückstandshalde

K+S Standort Werra Wintershall Haldenerweiterung Zeitplan

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass Mitte 2020 die gemäß den Planfeststellungsbeschlüssen aus dem Jahr 1995 genehmigte Fläche der Halde Wintershall erschöpft sein wird. Das geplante Vorhaben „Nachhaltiges Rückstandsmanagement (RM) am Standort Wintershall“ umfasst vor diesem Hintergrund die Entsorgung der festen bergbaulichen Abfälle ab Mitte 2020 auf einer Erweiterungsfläche der Halde Wintershall von ca. 25,7 ha zzgl. des Randstreifens und des geplanten Haldenbeckens. Durch die Haldenerweiterung kann die Produktion für das nächste Jahrzehnt gesichert werden.

Derzeit führt die K+S KALI GmbH, Werk Werra, ein bergrechtliches Genehmigungsverfahren für die Haldenerweiterung durch. Dieses beinhaltet die Erstellung eines Rahmenbetriebsplanes, für dessen Zulassung ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung, einschließlich eines integrierten Raumordnungsverfahrens und einer Umweltverträglichkeitsprüfung, durchzuführen ist. Die Vorhabensbeschreibung für das Planfeststellungsverfahren wurde im Juni 2012 eingereicht, der Scopingtermin (Festlegung der Untersuchungsinhalte im Verfahren) erfolgte im Februar 2013. Nachdem die Antragsunterlagen erstellt und alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt wurden, erfolgte die Einreichung der Antragsunterlagen im April 2018. Im Ergebnis der Vollständigkeitsprüfung durch die Behörden wurden die Antragsunterlagen ergänzt und in einer erweiterten Fassung im Juni 2019 vorgelegt. Derzeit erfolgt die Öffentlichkeitsbeteiligung und im Anschluss ist ein Erörterungstermin vorgesehen. Vor Beginn der Beschüttung ist die Vorbereitung einer ersten Teilfläche in 2020 erforderlich.

Daten & Fakten

Bei der derzeitigen Rohsalzzusammensetzung fallen am Standort Wintershall jährlich etwa 7,2 Mio. t nicht verwertbare Rückstände an. Diese sind aufzuhalden. Die Dimensionen der Halde sind in der folgenden Tabelle gegenübergestellt. Mit der Haldenerweiterung wird sich die Haldenfläche um ca. 25,7 ha vergrößern.

Dimensionen der derzeitigen Halde und der geplanten erweiterten Halde

  aktuell mit Erweiterung

Masse

Stand 12/2018: ca. 222 Mio. t; genehmigt: ca. 236 Mio. t

ca. 317 Mio. t

 

Volumen

Stand 12/2018: ca. 111 Mio. m³; genehmigt: ca. 118 Mio. m³

ca. 158 Mio. m³

 

Max. Höhe über Gelände

110-220 m

110-260 m

Fläche gesamt

Stand 12/2018: 108 ha; genehmigt: 110 ha

ca. 136 ha

Max. Länge

(Himmelsrichtung)

Genehmigt: 1650 m NO-SW

1650 m N-S

Max. Breite

(Himmelsrichtung)

Aktuell (=genehmigt): <850 m NW-SO

1250 m WNW-OSO

Fragen & Antworten

Warum ist eine Haldenerweiterung am Standort Wintershall notwendig?

Wie ist der Fahrplan zu Realisierung nach der Genehmigung?

Warum geht es nach mehr als 100 Jahren Kalibergbau immer noch nicht ohne Halden?

Ist der Versatz der festen Produktionsrückstände in die Grube eine Alternative zur Haldenerweiterung?

Welche Maßnahmen zur Verminderung bzw. Vermeidung von Produktionsrückständen und Haldenwässern berücksichtigt K+S?

Wie soll die Entsorgung der mit einer Erweiterung verbundenen wachsenden Menge salzhaltiger Haldenwässer organisiert werden? Welche Maßnahmen werden unternommen, um deren Aufkommen zu reduzieren?

Angeblich plant ein Bergwerksbetreiber in Spanien, alte Rückstandshalden aus der Kaliproduktion für die Herstellung von Salzprodukten aufzuarbeiten. Entspricht dies den Tatsachen und wäre das auch eine Option für K+S?

Wie nah kommt die Halde den Wohngebieten? Und welche Auswirkungen hat die Halde auf die Wohnqualität?

Mit welchen Auswirkungen des Vorhabens für Tier- und Pflanzenwelt ist zu rechnen?

Welche Auswirkungen auf das Grundwasser sind zu erwarten? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um diese zu verhindern?

Wird sich das Immissionsniveau durch die Haldenerweiterung erhöhen?

Wie lange sind die Vorkommen am Standort wirtschaftlich gewinnbar?

Hat K+S zur Finanzierung der Nachsorge für die bestehende Halde Rückstellungen gebildet?

Wie wird die Bevölkerung über das Vorhaben informiert und wie profitiert die Region vom Werk Werra und damit auch von der Haldenerweiterung?

Woraus setzt sich das Haldenmaterial und das Haldenwasser zusammen?

Wird es Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geben?

Was passiert mit dem Oberboden?

Wie werden die Erweiterungsflächen derzeit genutzt und wer ist derzeitiger Eigentümer?

Was geschieht in der Nachbetriebsphase mit der Halde und welche Maßnahmen sind vorgesehen zur Wiedernutzbarmachung?

Plant das Unternehmen, anerkannte Umweltvereine und/oder Bürgerinitiativen in den Planungsprozess einzubeziehen?

Was macht K+S, wenn die Erweiterung nicht genehmigt wird?