Landschaftsbild des Werratals, im Vordergrund sind Bäume in herbstlichen Farben zu sehen, im Hintergrund sind die Salzhalden Hattorf und Wintershall zu sehen. Der Himmel ist wolkenfrei und erstrahlt in einem schönen blau.
Haldenabdeckung

Die Halden Hattorf und Wintershall werden grün

Seit Jahrzehnten prägen die Salzberge, auch Kaliberge oder Monte Kali genannt, das Landschaftsbild des Werratals. Aus den weißen Salzbergen sollen in Zukunft grüne Berge werden.

Die weißen Berge des Werratals werden grün!

Weltweit gibt es keinen Kali-Bergbau ohne Rückstand. Ein großer Teil des Rückstands wird an den Kalifabriken im Werratal auf Halden entsorgt, wie es weltweit Stand der Technik ist. Durch Niederschläge auf die Halden entstehen salzhaltige Wässer, die wiederum entsorgt werden müssen. Den größten Hebel, um zukünftig die Auswirkungen der Salzhalden auf Mensch und Umwelt zu minimieren, sieht K+S in ihrer Abdeckung und Begrünung. Das sorgt dafür, dass Niederschläge im Idealfall nicht mehr mit dem Salzkörper der Halde in Kontakt kommen und damit der Anfall mineralisierter Haldenwässer minimiert wird. Seit Sommer 2022 werden daher bereits die Plateauflächen der Rückstandshalden in Hattorf und Wintershall abgedeckt und anschließend begrünt. Auch die Haldenflanken sollen voraussichtlich ab Anfang der 2030er Jahre schrittweise mit einem für die besonderen Anforderungen optimierten System abgedeckt und begrünt werden.

News

Aktuelle Themen der Haldenabdeckung

Gründe & Motive

Warum wir die Halden abdecken

Die Abraumhalden bestehen aus den Salzrückständen, die bei der Produktion von kalium- und sulfathaltigen Düngemitteln und anderen wertvollen mineralischen Produkten in den übertägigen Fabriken anfallen. Regen oder Schnee lösen Salze aus der Halde. Das so entstandene salzhaltige Haldenwasser wird in Gräben rund um die Halde aufgefangen, in Becken zwischengespeichert und anschließend auf der Basis entsprechender Genehmigungen ordnungsgemäß in die Werra eingeleitet oder zur vorgeschriebenen Flutung früherer Bergwerke genutzt. K+S und so auch das Werk Werra verfolgen das Ziel, mit einer Haldenabdeckung die Menge an salzhaltigen Haldenwässern zukünftig auf das technisch mögliche Mindestmaß zu reduzieren und somit z.B. die Einleitung in die Werra zu minimieren. Gleichzeitig wird durch die Haldenabdeckung auch der Einfluss der Halden auf das Grundwasser verringert.

 
Vier Motive bilden dabei die Handlungsgrundlage zur Haldenabdeckung des Werks Werra:

Wir übernehmen langfristig Verantwortung für Mensch und Umwelt in der Region

Das K+S-Werk Werra ist sich der Bedeutung seiner langfristigen Verantwortung für Mensch und Umwelt der Region bewusst. Die Haldenabdeckung ist dabei ein Ausdruck dieses Engagements. Mit der Begrünung der Halden soll aktiv zur Verbesserung der Lebensqualität in der Region beigetragen werden. Dabei gilt es, nachhaltige Lösungen zu schaffen, die sowohl den ökologischen als auch den sozialen Aspekten gerecht werden. Das Engagement geht dabei über die Umwelt hinaus. Es wird eng mit den lokalen Gemeinden zusammengearbeitet, ihre Anliegen angehört und gemeinsam an Lösungen gearbeitet, die für alle von Vorteil sind.

Aussicht von der Halde Hattorf über eine extensiv begrünte Haldenfläche. Im Hintergrund sind das Werra-Tal, Betriebsanlagen und die Abraumhalde Monte Kali sichtbar.

Wir sichern die Produktion und den Wohlstand der Region für die nächsten Jahrzehnte

Als ein wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb mit derzeit etwa 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Werratal-Region will K+S langfristig und zukunftssicher die Arbeitsplätze am Werk Werra sichern. Der Fortbestand und die Aufrechterhaltung der Produktionsstätten sind nur möglich, wenn der Verbleib der Produktionsrückstände gesichert ist. Das nachhaltige Rückstandsmanagement und die Haldenabdeckung stellen sicher, dass K+S nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahrzehnten ein verlässlicher Partner für die Menschen und die Wirtschaft der Region ist.

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme eines Bergbaubetriebs mit einer großen Halde im Vordergrund. Die Halde ist terrassiert und teilweise abgedeckt, wobei auf dem Plateau industrielle Aktivitäten stattfinden – sichtbar durch Maschinen und Anlagen. Im Hintergrund sind weitere Halden sowie ein bewaldetes Gebiet zu erkennen.

Wir minimieren den Salzeintrag in die Flüsse

Durch die Abdeckung und anschließende Begrünung der Halden wird die Versickerung von Regenwasser in die Salzhalden und somit die Entstehung von Haldenwasser schrittweise verringert und schließlich vollständig vermieden. Die Haldenabdeckung leistet so einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der anfallenden Salzwässer und somit zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Flüsse. Ziel ist es, eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, in der industrielle Produktion und Umweltschutz im Einklang stehen. Die Reduzierung des Salzeintrags in die Flüsse ist ein wesentlicher Schritt in diese Richtung und zeigt verantwortungsbewusstes Handeln und Engagement für den Erhalt der natürlichen Lebensräume.

Retentionsbecken auf einer begrünten Halde mit wassergefülltem Becken und befestigten Böschungen aus Steinschüttung unter bewölktem Himmel.

Wir geben der Natur ein Stück Lebensraum zurück

Das Werk Werra ist fest entschlossen, der Natur etwas zurückzugeben und einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu haben. Mit der Haldenabdeckung und anschließenden Begrünung wird unter anderem das Ziel verfolgt, die Rückstandshalden wieder in das Landschaftsbild einzugliedern. Durch die Begrünung der Halden schafft K+S neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere und ermöglicht die Wiederansiedlung von heimischen Pflanzenarten. So fördern wir die Biodiversität und stärken die Widerstandsfähigkeit der lokalen Ökosysteme.

Eine kleine Schnecke mit einem spiralförmigen Gehäuse sitzt auf einer rötlich-braunen Felsoberfläche. Der Stein weist weiße Sprenkel auf und ist teilweise durch den Schatten von Pflanzen oder Gräsern beschattet. Im unscharfen Hintergrund ist grüne Vegetation zu erkennen.
Auswirkungen

Ziele der Haldenabdeckung

Durch die Schaffung eines ganzheitlichen Abdecksystems sollen verschiedene Vorteile erreicht werden:

  1. Die Reduzierung des „ökologischen Fußabdrucks“ des Werks Werra als Produktionsstandort.
  2. Die Wiedernutzbarmachung der Tagesoberfläche, also die Wiedereingliederung der Halde in das Landschaftsbild und Schaffung neuer Lebensräume.
  3. Die Umsetzung der Bewirtschaftungsplanung der Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser, das heißt mittel- und langfristig einen guten chemischen und ökologischen Zustand von Werra und Weser zu schaffen.
  4. Die Produktionskapazitäten des Werks Werra aufrecht zu erhalten und somit die Arbeitsplätze in der Region langfristig zu sichern.
Funktionsweise

So funktioniert die Abdeckung der Halden

Die Abdeckung der Halden im Werratal umfasst zwei voneinander getrennte Abschnitte: die flachen Plateaubereiche und die langgezogenen steilen Flanken. Im Jahr 2022 haben wir auf den Flächen der Haldenplateaus an unseren Standorten Hattorf und Wintershall mit der Abdeckung begonnen. Sie besteht aus einer stabilen, reißfesten Kunststofffolie (Kunststoffdichtungsbahn), die auf die vorbereitete Oberfläche der Halde gelegt wird. Darüber kommt eine Schicht zur Entwässerung und eine etwa ein Meter dicke Schicht aus Boden. Die Erde dafür fällt bei der Vorbereitung neuer Haldenflächen an und kann so standortnah und nachhaltig wiederverwendet werden. Die Erdschicht dient als Grundlage für die Ansiedlung von Pflanzen, die einen großen Teil des Niederschlagswassers direkt verdunsten. Durch die Kunststoffdichtungsbahn kann kein Regenwasser mehr in die Halde eindringen, was die Bildung von salzigem Abwasser verhindert. Die Abdeckung des Hattorfer Haldenplateaus wurde zum Ende des Jahres 2024 weitgehend abgeschlossen (ca. 6,8 Hektar), die Plateauabdeckung der Halde Wintershall schreitet kontinuierlich fort und soll bis Ende 2026 vorläufig abgeschlossen sein.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der bereits etablierten Oberflächenabdeckung auf den Haldenplateaus sowie der zahlreichen Vorteile dieses Systems ist vorgesehen, die Abdeckung künftig auch auf die Haldenflanken auszuweiten. Voraussetzung hierfür ist eine Abflachung der steilen Böschungen, damit die Bodenschicht dauerhaft und standsicher aufgebracht werden kann. Die erforderliche Profilierung erfolgt mit Rückstandssalz. Dabei werden bestehende Flankenbereiche teilweise zurückgebaut und das dabei anfallende Material gezielt zur Modellierung und Abflachung anderer Bereiche wieder eingebaut.

Systemskizze einer Haldenflankenabdeckung mit Rekultivierungsschicht, Entwässerungsschicht, Abdichtungskomponente und Haldenkörper. Eine Detailansicht zeigt den Schichtenaufbau, ergänzt durch ein Luftbild einer abgedeckten Haldenfläche.

Vorteile

Durch den standardisierten Aufbau des geringmächtigen Abdecksystems und den Einsatz von Rückstand zur Profilierung kann der externe Materialeinsatz und somit das Transportaufkommen auf öffentlichen Straßen stark reduziert werden. Die Bauzeiten im Vergleich zu anderen auf Halden eingesetzten Abdecksystemen wie der Boden-Bauschutt-Abdeckung mit hohem Materialbedarf werden ebenfalls verringert. Insgesamt werden dadurch die Eingriffe in die Umgebung und die Belastung für die Anwohner reduziert. Gleichzeitig sorgt das technisch dichte System dafür, dass die Bildung von belastetem Haldenwasser verhindert wird.  

Begrünte Plateauabdeckung einer Halde mit blütenreicher Vegetation und einem halb gefüllten Retentionsbecken mit Steinschüttung. Im Hintergrund erstreckt sich die Mittelgebirgslandschaft unter blauem Himmel mit vereinzelten Wolken.
Ausblick

Wie es weiter geht

Dieses System ist optimal für die beiden Standorte geeignet, da es nur einen geringen Materialeinsatz erfordert und eine schnelle Umsetzung bis zur Fertigstellung der gesamten Flankenabdeckung ermöglicht. Auch wenn die Abdeckung der Flanken mit einer Vergrößerung der Halden-Grundflächen einhergeht, erlaubt das weiterentwickelte Konzept die Umsetzung eines vollständig dichten Systems, sodass künftig keine Haldenwässer mehr anfallen. Um natürliche Ressourcen zu schonen und nachhaltig zu wirtschaften, wird hauptsächlich Rückstandsmaterial aus der eigenen Produktion bzw. dem bereichsweisen Rückbau zu Profilierungszwecken eingesetzt. Im Genehmigungsverfahren weist K+S nach, dass nur Materialien eingesetzt werden, die unbedenklich sind - das auf die Abdichtungskomponente aufgebrachte Bodenmaterial stammt, wie bei den bereits abgedeckten Plateauflächen, aus der regionalen Umgebung. So leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, die Auswirkungen unserer Haldenstandorte auf die Umwelt weiter zu verringern.
Der mehrphasige Genehmigungsprozess hat im Jahr 2023 mit dem so genannten Scoping begonnen, bei dem der Umfang der benötigten Untersuchungen festgelegt wurde. Diese decken alle Aspekte ab, von der Qualitätsprüfung der verwendeten Materialien über die Standfestigkeit der Abdeckung insgesamt bis zu den Auswirkungen auf Mensch und Natur. Ein Großteil der benötigten Untersuchungen wurden bereits durchgeführt – die Untersuchungsergebnisse werden derzeit in die Antragsunterlagen eingearbeitet und für die Antragstellung vorbereitet. Über die Fortschritte im Genehmigungsverfahren und der Abdeckung selbst berichten wir hier regelmäßig in Form von unseren News.

Langfristig trägt die Haldenabdeckung dazu bei, den ökologischen Zustand der Standorte deutlich zu verbessern, neue Lebensräume zu schaffen und die derzeit weißen Berge des Werratals grün werden zu lassen.

Kontakt

Ihre Ansprechpartner

nachbarschaftstelefon@k-plus-s.com
Das Nachbarschaftstelefon des Werkes Werra:
Sprechzeiten: montags bis freitags von 8-15 Uhr
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