Haldenerweiterung Wintershall
Haldenerweiterung Wintershall

Ohne Haldenbewirtschaftung keine Kaliproduktion

Im Kaliwerk Werra werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert. Neben Düngemitteln für die Landwirtschaft werden dort auch Vorprodukte, wie Hochreine Salze für industrielle und technische Anwendungen sowie für die Pharma-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie hergestellt.

Trotz technisch fortschrittlicher Verfahren lassen sich feste und flüssige Produktionsrückstände aber nicht vermeiden – die festen Rückstände bilden die weithin sichtbaren Kalihalden des Werratals, die mit fortschreitender Produktion weiter wachsen.

Das Genehmigungsverfahren zur Erweiterung der Rückstandshalde

Die Erweiterung der Rückstandshalde IV bei Heringen ist erforderlich, um die Produktion am Standort Wintershall des Werkes Werra der K+S Minerals and Agriculture GmbH für das nächste Jahrzehnt zu sichern. Das Regierungspräsidium Kassel hat am 10.9.2020 den Planfeststellungsbeschluss an K+S übergeben. Damit ist der im Jahr 2018 eingereichte und im Juni 2019 ergänzte Rahmenbetriebsplan offiziell genehmigt und das Genehmigungsverfahren damit abgeschlossen worden. 

Mit der aktuellen Erweiterung wird die Aufstandsfläche der bestehenden Halde um circa 25,7 Hektar vergrößert. Zusätzlich werden für den 100 Meter breiten Randstreifen der Halde circa 16,3 Hektar benötigt, beispielsweise für einen Gehölzstreifen. Das neue Haldenwasserbecken benötigt weitere rund 1,1 Hektar. 

Um mit der Beschüttung beginnen zu können, muss der Untergrund für die Haldenerweiterung vorbereitet werden. Dies geschieht schrittweise in Teilflächen innerhalb von fünf Jahren. Auf diesen wird eine innovative Dichtungsschicht aufgebracht. Diese minimiert den Eintrag salzhaltiger Wässer in den Untergrund. Für die Beschüttung jeder einzelnen Teilfläche bedarf es jeweils einer separaten Freigabe seitens des Regierungspräsidiums Kassel, mit der bestätigt wird, dass die Dichtungsschicht den Anforderungen entspricht. 

Daten & Fakten

Bei der derzeitigen Rohsalzzusammensetzung fallen am Standort Wintershall jährlich etwa 7,2 Millionen Tonnen nicht verwertbare Rückstände an. Diese müssen aufgehaldet werden. Die Dimensionen der Halde sind in der folgenden Tabelle gegenübergestellt. 

Dimensionen der derzeitigen Halde und der geplanten erweiterten Halde

  Stand 12/2021 Nach vollständiger Beschüttung der Erweiterungsfläche

Masse

ca. 243 Mio. t

ca. 317 Mio. t

Volumen

ca. 121,5 Mio. m³

ca. 158 Mio. m³

Max. Höhe über Gelände

110-260 m

110-260 m

Fläche gesamt

ca. 118,5 ha

ca. 136 ha

Max. Länge

(Himmelsrichtung)

1650 m NO-SW

1650 m N-S

Max. Breite

(Himmelsrichtung)

<850 m NW-SO

1250 m WNW-OSO

Fragen & Antworten

Warum ist eine Haldenerweiterung am Standort Wintershall notwendig?

Wie ist der Fahrplan zu Realisierung nach der Genehmigung?

Warum geht es nach mehr als 100 Jahren Kalibergbau immer noch nicht ohne Halden?

Ist der Versatz der festen Produktionsrückstände in der Grube eine Alternative zur Haldenerweiterung?

Welche Maßnahmen zur Verminderung bzw. Vermeidung von Produktionsrückständen und Haldenwässern berücksichtigt K+S?

Wie soll die Entsorgung der mit einer Erweiterung verbundenen wachsenden Menge salzhaltiger Haldenwässer organisiert werden? Welche Maßnahmen werden unternommen, um deren Aufkommen zu reduzieren?

Wie nah kommt die Halde den Wohngebieten? Und welche Auswirkungen hat die Halde auf die Wohnqualität?

Mit welchen Auswirkungen des Vorhabens auf Tier- und Pflanzenwelt ist zu rechnen?

Welche Auswirkungen auf das Grundwasser sind zu erwarten? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um diese zu verhindern?

Wird sich die Staubbelastung durch die Haldenerweiterung erhöhen?

Wie lange sind die Vorkommen am Standort wirtschaftlich gewinnbar?

Hat K+S zur Finanzierung der Nachsorge für die bestehende Halde Rückstellungen gebildet?

Wie wird die Bevölkerung über das Vorhaben informiert und wie profitiert die Region vom Werk Werra und damit auch von der Haldenerweiterung?

Woraus setzt sich das Haldenmaterial und das Haldenwasser zusammen?

Wird es Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geben?

Was passiert mit dem Oberboden?

Wie wird die Erweiterungsfläche derzeit genutzt und wer ist der Eigentümer?

Was geschieht in der Nachbetriebsphase mit der Halde und welche Maßnahmen sind vorgesehen zur Wiedernutzbarmachung?

Plant das Unternehmen, anerkannte Umweltvereine und/oder Bürgerinitiativen in den Planungsprozess einzubeziehen?