Das Salzwerk Bernburg produziert jährlich rund 2,5 Mio. Tonnen Stein- und Siedesalzprodukte. Um diese Leistungsfähigkeit auch in den kommenden Jahrzehnten aufrecht zu erhalten, muss das Werk seine untertägigen Abbaufelder erweitern.
Aktuelles zum Erweiterungsvorhaben am Standort Bernburg
Das Projekt im Überblick
Das Vorhabengebiet im Bewilligungsfeld der Nienburger Mulde ist die natürliche, geologische Fortsetzung der Lagerstätte nordwestlich des Staßfurter Sattels. Die Entwicklung der Grubenfelder ist ausschließlich in diesem Bereich möglich, da der untertägig gewinnbare Teil im Norden durch die geologische Störung Nienburger Keupergraben und im Westen durch den Staßfurter Sattel begrenzt ist. Die geplante Erweiterung soll sich über etwa drei mal fünf Kilometer erstrecken, mit einer Bewilligungsfläche von rund 14 Quadratkilometer. Erste bergmännische Streckenauffahrungen sind ab dem Jahr 2030 geplant. Der Abbau von Salz in diesem Vorhabengebiet soll im Jahr 2033 beginnen.
Unsere langjährigen Untersuchungen zeigen, dass im Vorhabengebiet mit Senkungserscheinungen über Jahrzehnte hinweg zu rechnen ist. Salzgestein verformt sich plastisch und tendiert unter dem Druck des aufliegenden Gebirges dazu, Hohlräume in langen Zeiträumen wieder zu verschließen. Das betrifft auch die Grubenhohlräume, die am Standort Bernburg aufgefahren wurden. Diese schleichende Bewegung des Salzgesteins pflanzt sich bis an die Tagesoberfläche fort. Es vollzieht sich ein langsamer und harmonischer Senkungsprozess, der zur Ausbildung einer großflächigen Senkungsmulde mit entsprechend geringen, gleichmäßigen Senkungsbeträgen und flach auslaufenden Muldenrändern führt.
Durch ein ausgedehntes Messnetz können wir Veränderungen genau überwachen. Die Messungen liefern Informationen über tatsächliche Senkungen und sind eine zuverlässige Grundlage für die Bewertung der bergbaulichen Auswirkungen an der Tagesoberfläche.
Unsere Prognosen basieren auf jahrzehntelanger Erfahrung und bieten eine verlässliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Die Ableitung von Maßnahmen zum Schutze der Umwelt werden durch entsprechende Fachgutachter begleitet und eng mit Behörden, Anwohnern und Verbänden abgestimmt.
Klar definierte gesetzliche Rahmenbedingungen
Für die Erweiterung ist ein Rahmenbetriebsplan aufzustellen, dessen Zulassung in einem Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung nach § 57a BBergG erfolgt. Der Rahmenbetriebsplan enthält alle für die Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlichen Angaben in Form eines Berichts über das Vorhaben. Zudem werden im Planfeststellungsverfahren gebündelt alle behördlichen Genehmigungen erteilt, die für das Vorhaben erforderlich sind.
Im ersten Schritt hat das Werk eine sogenannte Scoping-Unterlage beim Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) eingereicht. Im Scoping-Verfahren wurde der Untersuchungsrahmen für den späteren Genehmigungsantrag festgelegt. Dabei hatten alle zuständigen Behörden, Umweltvereinigungen und weiteren Interessenvertreter Gelegenheit zur Stellungnahme.
Auf Grundlage des Scoping-Verfahrens werden nun alle erforderlichen Untersuchungen beauftragt, um die Auswirkungen des Salzbergbaus auf die Umwelt und die Tagesoberfläche zu bewerten. Der eigentliche Antrag soll voraussichtlich 2029 beim LAGB eingereicht werden. Im anschließenden Genehmigungsverfahren wird dann auch die Öffentlichkeit beteiligt.
Transparente Kommunikation
Ein offener und kontinuierlicher Dialog mit den betroffenen Kommunen und weiteren Interessengruppen ist uns wichtig. Seit Beginn des Scoping-Verfahrens im 2. Quartal 2024 informieren wir Ortsbürgermeister, Gemeinderäte und weitere Beteiligte fortlaufend über den Stand unserer Planungen. In Gesprächen und Informationsformaten nehmen wir Hinweise und Anliegen auf, um sie bei der weiteren Bearbeitung des Vorhabens angemessen zu berücksichtigen. Auch künftig bleiben wir für Fragen und den direkten Austausch ansprechbar.
Nutzen Sie dafür gern unsere E-Mail Adresse: rohstoffsicherung.bernburg@k-plus-s.com