Fütterungsversuche Magnesiumsulfat versus Magnesiumoxid
Die Studie untersuchte, wie sich die Supplementierung von Magnesium (Mg) in Form von Magnesiumsulfat (MgSO₄) oder Magnesiumoxid (MgO) auf die Fleischqualität von Masthähnchen unter normalen und Hitzestress-Bedingungen auswirkt. Es wurden vorrangig in vitro- (Zellkultur) aber auch in vivo-Versuche (mit Broilern) durchgeführt.
Forschungspartner
Der Spanische Nationale Forschungsrat (spanisch: Consejo Superior de Investigaciones Científicas, CSIC) ist die größte öffentliche Forschungseinrichtung Spaniens und eine der renommiertesten im Europäischen Forschungsraum (EFR).
Hauptziel des CSIC ist die Entwicklung und Förderung von Forschung, die zum wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt beiträgt. Er besteht aus über hundert in ganz Spanien verteilten Forschungseinrichtungen. Dazu gehört auch das eigene Forschungszentrum Estación Experimental del Zaidín (EEZ) in Granada wo der Versuch durchgeführt wurde.
Magnesium in der Hühneraufzucht
Magnesium ist essenziell für die Muskelfunktion. Es spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und bei der Nervenleitung im Muskelgewebe. Eine gute Magnesiumversorgung kann zudem die Stresstoleranz erhöhen und das Wohlbefinden verbessern, was sich positiv auf die Fleischqualität auswirkt. Bei Masthähnchen setzen Geflügelzüchter Magnesiumzusätze bisher noch nicht standardmäßig ein.
Obwohl Magnesiumsulfat im Vergleich zu Magnesiumoxid einen geringeren Magnesiumgehalt aufweist, bringt es einen entscheidenden Vorteil mit sich: Es ist wasserlöslich. Dadurch kann das Magnesium aus Magnesiumsulfat vom Tier vollständig aufgenommen und verwertet werden. Diese hohe Bioverfügbarkeit ist besonders wichtig, um die Wirksamkeit der Magnesiumsupplementierung in der Hühneraufzucht sicherzustellen und trägt dazu bei, die Futtereffizienz und Fleischqualität nachhaltig zu verbessern.
Magnesiumsulfat erhöht die Futtereffizienz und die Fleischqualität
Die Supplementierung mit Mg hatte keinen negativen Einfluss auf die Produktionsparameter (Futteraufnahme, Gewichtszunahme). Magnesiumsulfat erhöhte allerdings tendenziell die Futtereffizienz.
Die Zugabe von Magnesiumsulfat im Vergleich zu Magnesiumoxid führte zu:
- besserer Bioverfügbarkeit von Magnesium
- höherer Brustfleisch-Ausbeute
- besserer Fleischqualität
Das Magnesium in unserem Produkt ist komplett wasserlöslich und steht somit vollständig dem Tier zur Verfügung. Beim Magnesiumoxid hingegen sind je nach Tierart nur rund 10% der Magnesiumgabe verfügbar, das meiste wird einfach wieder ausgeschieden.
Bessere Fleischqualität
Nach dem Kochen zeigte das Fleisch von MgSO₄-gefütterten Tieren eine intensivere, rötlichere Farbe (höherer a*- und Chroma-Wert) als das der Kontroll- oder MgO-Gruppen. Die Farbe des Fleisches wirkte ansprechender.
MgSO₄ reduzierte die Wasserverluste beim Kochen um 22 % im Vergleich zur Kontrollgruppe und verbesserte die Wasserhaltefähigkeit des Fleisches. Das Fleisch war insgesamt saftiger.
Die Textur des Fleisches war bei MgSO₄-Zugabe deutlich zarter (niedrigere Scherkraft), was auf eine leichtere Kaubarkeit und bessere Konsistenz hindeutet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass MgSO₄ als Supplement die Fleischqualität von Broilern unter Hitzestress verbessern kann.
Bessere Bioverfügbarkeit
In vitro zeigte MgSO₄ eine deutlich höhere Löslichkeit und Bioverfügbarkeit als MgO. In vivo führte die Fütterung mit MgSO₄ zu höheren Mg-Plasmakonzentrationen bei den Tieren, was auf eine bessere Aufnahme hindeutet. Mg-Supplementierung, insbesondere mit MgSO₄, konnte die negativen Effekte von Hitzestress auf die Brustfleisch-Ausbeute verhindern.
Publiziert in führenden Fachzeitschriften
Unsere Forschungsergebnisse wurden bereits in anerkannten Fachzeitschriften veröffentlicht.
Journal of Agriculture and Food Research
I. Seiquer, A. Haro, G. González-Cañas, F. M. Augusto, D. I. Jost, L. A. Rubio (2026): Effects of dietary magnesium supplementation and heat stress on meat quality in broilers. Volume 28, 2026, 102918, ISSN 2666-1543