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Bergbaulexikon

A

A+V-Salz

Abkürzung für Aus- und Vorrichtungssalz. Hiermit wird nicht verwertbares Material (meist Steinsalz) bezeichnet, welches bei der untertägigen Streckenauffahrung (genannt Aus- und Vorrichtungsstrecken) anfällt. Diese Strecken dienen einerseits zur Verbindung der einzelnen Kali-Lagerteile (Wertstoff) und andererseits zur Vorbereitung der eigentlichen Kali-Gewinnung.

Abbau

Als Abbau bezeichnet man im Bergbau die Gewinnung von Erzen, nutzbaren Mineralien und Gesteinen im Tagebau oder unter Tage.

  1. Sammelbezeichnung für die bergmännische Gewinnung von Kali-Lagerstätten und die diesem Zweck dienenden bergmännischen Arbeiten.
  2. Der Ort unter Tage, wo die Kaligewinnung stattfindet.
  3. Hohlraum, der nach Durchführung der Kaligewinnung entsteht und wieder mit Versatz (u.a. A+V-Salze und Rückstände aus der übertägigen Aufbereitung) verfüllt werden muss (gilt für die Abbaue der Steilen Lagerung = Siegfried-Giesen).

Abbaufortschritt

Fortschritt eines Kali-Gewinnungsbetriebes in der Kali-Lagerstätte gemessen in Metern.

Abbauhohlräume

Unter Tage hergestellter Hohlraum, der wieder mit Versatz (u.a. A+V-Salze und Rückstände aus der übertägigen Aufbereitung) verfüllt werden muss (gilt für Abbau der Steilen Lagerung = Siegfried-Giesen).

Abbaukammer

Lagerstätten werden oft im sog. Kammerbau abgebaut. Bei der Gewinnung von Salz werden dabei in der Lagerstätte unter Tage langgestreckte Abbaukammern hergestellt. Dazwischen lässt man Pfeiler stehen, die das darüber liegende Gestein stützen.

Abbaustoß

Wand, aus der das Kali-Rohsalz herausgelöst wird.

Abbaustrecke

In der Lagerstätte erstellte längliche Hohlräume. In der Steilen Lagerung folgen sie dem kurvigen Verlauf des Kali-Lagers (Wertstoff).

Abbauverfahren

Art und Weise des planmäßigen Abbaus von Kali-Lagerstätten. In Siegfried-Giesen kommt hauptsächlich das Abbauverfahren „Weitungsbau mit Versatz“ zur Anwendung.

Abbauwürdigkeit

Ist abhängig von einer Reihe ökonomische Faktoren, wie allgemeines Preisniveau, Stand der Fördertechnik und Größe der Lagerstätte. Sie variieren, so dass ein Vorkommen bauwürdig oder auch bauunwürdig werden kann. Mit zu berücksichtigen sind gleichfalls die ökologischen Faktoren, die einen immer größeren Anteil an der Beurteilung einer Abbauwürdigkeit einnehmen.

Abgasanlage

Gesamtheit einer Anlage zur Abführung und Reinigung von Abgas in die Atmosphäre.

Abhitzekessel

Erzeugungseinheit für Wasserdampf durch Abhitze der Gasturbine.

Abschlag

Der durch Sprengarbeit gelöste Teil des Gebirgskörpers in einem Grubenbau.

Abteufen

Bergmännischer Ausdruck für das Herstellen senkrechter Hohlräume (z.B. Schacht) zur Erschließung von Lagerstätten.

Abwerfen

Das Außerbetriebsetzen von Grubenbauen, die nicht mehr benötigt werden.

Abwetter

Sammelbegriff für die aus der Grube abzuführende verbrauchte Luft.

Alter Mann

Aufgegebene bzw. nicht mehr benutzte Strecken bzw. alte Abbaue.

Anfahrverluste

Anteil an Energie, der bei der Inbetriebnahme („Anfahren") eines technischen Prozesses noch nicht für den Prozess genutzt werden kann und „verloren" geht. Die Verluste entstehen u.a. durch den Energieverbrauch der Hilfsaggregate und den Aufheizvorgang.

Anhydrit (CaSO4)

Mineral.

Anschlussbergwerk

Nach dem Ende der Kali-Vorräte einer Lagerstätte übernimmt zur Aufrechterhaltung der Produktion bestimmter Produkte in deren Anschluss ein neues Bergwerk, das sog. Anschlussbergwerk, die Förderung des Vorigen. In diesem Vorhaben ist geplant, dass Siegfried-Giesen das Anschlussbergwerk von Sigmundshall sein soll.

Arschleder

Traditionelles dreieckiges Kleidungsstück zum Schutz vor dem Durchwetzen des Hosenbodens bei der Arbeit sowie zum persönlichen Schutz gegen Bodennässe und Kälte beim Sitzen.

A-Stufe

Erste Trennstufe in der Aufbereitung. Hier erfolgt die Abtrennung des nicht verwertbaren Steinsalzes (Halit).

Aufbereitung

Mechanische Behandlung wie z.B. Zerkleinern, Mahlen, Sieben, Granulieren etc. des Kali-Rohsalzes.

Auffahren

Bergmännische Bezeichnung für das Herstellen von untertägigen Hohlräumen. Die Auffahrung kann maschinell mit Teil- oder Vollschnittmaschinen oder konventionell durch Bohr- und Sprengarbeit erfolgen.

Auftausalz

Auftausalz, auch Streusalz genannt, ist Natriumchlorid (NaCl), das im Winter zum Schmelzen von Schnee und Eis auf Verkehrswegen verwendet wird, um Schnee- und Eisglätte entgegenzuwirken.

Ausbringen/Ausbeute

Angabe (meist in Prozent) welcher Anteil von dem im Rohstoff enthaltenen Wertstoff durch den Prozess gewonnen werden konnte.

Ausfahren

Sich nach über Tage begeben.

Ausziehschacht

Schacht (siehe Schacht) nach über Tage, in der mittels eines Ventilators (= Hauptgrubenlüfter) die Luft (siehe Wetter) aus dem Grubengebäude gesaugt wird. In diesem Vorhaben ist der Schacht Fürstenhall der ausziehende Wetterschacht.

B

Bandförderer

Auch Bandanlage, Förderband oder Gurtbandförderer genannt. Transportmittel für Rohsalze, Versatz und Rückstand mittels umlaufendem Gurt.

Barrentheorie

Als Barrentheorie bezeichnet man die Erklärung des Geologen Carl Ochsenius zur Entstehung von Steinsalzlagerstätten: 
In der Zechsteinzeit - vor über 230 Millionen Jahren - waren große Teile Mitteleuropas und anderer Regionen von einem Binnenmeer bedeckt, das vom offenen Ozean durch seichte Meerengen - sogenannte Barren - weitgehend abgetrennt war. Durch starke Sonneneinstrahlung - damals herrschte in unseren Breiten ein heißes, trockenes Klima - verdunstete das Wasser wie in einer gigantischen Siedepfanne.

Bauhöhe

Bereich zwischen zwei Hauptsohlen; Bezeichnung abgeleitet von liegender (unterlagernder) Hauptsohle.

Bauscheibe

Bereich zwischen zwei Hauptsohlen; Zählung von oben nach unten.

Bauwürdig

Ist ein Flöz, wenn Lagermächtigkeit und Wertstoffgehalte eine wirtschaftliche Gewinnung und Aufbereitung ermöglichen. Bauwürdigkeit ist von äußeren Faktoren abhängig und somit wandelbar.

Becherwerk

Förderer zur senkrechten Förderung mittels umlaufender Becherkette.

Befahren

Fortbewegen unter Tage zu Kontrollzwecken.

Bemessungsregen

Regenereignis mit definierter Dauer, welches statistisch einmal in einer bestimmten Anzahl von Jahren auftritt.

Berauben

Lose Gesteinsstücke und -schalen aus der Firste, den Stößen oder der Ortsbrust entfernen.

Bergfeste

Teil der Lagerstätte, den man aus Sicherheitsgründen nicht abbaut.

Bergkittel

Traditionelle Tracht der Bergleute.

Bergmann

Berufsbezeichnung für einen Menschen, der in einem Bergwerk Rohstoffe fördert.

Bergschaden

Bei der Gewinnung von Kali-Salzen werden in der Erde Hohlräume geschaffen und das physikalische Gleichgewicht des Gebirgskörpers beeinflusst. In diese künstlichen Hohlräume - auch wenn sie mit Versatz verfüllt werden - drücken sich die darüberliegenden Erdschichten. Diese Bewegungen können sich bis zur Tagesoberfläche fortsetzen und zu Bodensenkungen führen.
Als Bergschaden wird die Beeinträchtigung der Tagesoberfläche mit dort befindlichen Gebäuden oder anderen baulichen Anlagen durch Absenkung oder Schiefstellung infolge bergbaulicher Tätigkeit und der so am Grundstück und seinem Zubehör entstandene Vermögensschaden bezeichnet.
Der Bergwerkseigentümer ist verpflichtet, für den Bergschaden Entschädigung zu leisten (siehe Bundesberggesetz (BBergG)).

Bergsenkung / Senkungsgebiet /Senkungstrog

Als Bergsenkung bezeichnet man bestimmte Bodenbewegungen, die aufgrund von Bergbautätigkeiten entstehen und sich bis zur Erdoberfläche auswirken. Bei Salz-/Kalibergwerken verlaufen diese Absenkungen großräumig und gleichmäßig, so dass sich eine flach auslaufende Senkungsmulde bzw. Senkungstrog bildet.

Bergverordnung

Verordnung der Bergbehörde zur Gewährleistung der Sicherheit auf einem Bergwerk.

Bergwerk

Umfasst alle über- und untertägigen Einrichtungen, die zum Aufsuchen, Gewinnen, Fördern und Aufbereiten von mineralischen Rohstoffen dienen: Aufbereitung, Schacht, Gewinnung, Grubengebäude.

Betriebsplanverfahren

Im Bergbau angewandtes Genehmigungsverfahren, das im Bundesberggesetz (BBergG) geregelt ist.

Betriebsteile

Unter Betriebsteilen werden sämtliche zum Betrieb des Werkes Siegfried-Giesen notwendigen betrieblichen Standorte definiert. Hier: Siegfried-Giesen, Glückauf-Sarstedt, Hafen Harsum. Fürstenhall und Rössing-Barnten (siehe Standort).

Bewetterung

Planmäßige Frischluftversorgung unter Tage sowie planmäßige Abführung der Luft nach über Tage.

Bohrhauer

Bergmann, der Sprenglöcher herstellt.

Bohrlochsolung

Beim Verfahren der Bohrlochsolung wird in einen Salzstock über Bohrlöcher planmäßig Süßwasser geleitet. Dadurch wird das Salz gelöst und anschließend die an Salz gesättigte Sole zutage gefördert. Meistens wird das gelöste Salz in Salinen zu Siedesalz verdampft.

Bohrwagen

Ein auf ein Fahrwerk montiertes Bohrgerät.

Biodiversität

Unter Biodiversität beziehungsweise biologischer Vielfalt versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde, von der genetischen Vielfalt über die Artenvielfalt bis hin zur Vielfalt der Ökosysteme.

Brecher / Brecheranlagen

Anlage zum Zerkleinern von Gesteinen, Salzen, z.B. Kali-Rohsalz für den nachfolgenden Transport auf Bandanlagen.

Bunker

Sammelbehälter zur Lagerung von z.B. Kali-Rohsalzen, Versatz und Produkten. Als Bunker unter Tage kommen maschinell oder konventionell bergmännisch hergestellte Hohlräume zur Anwendung.

C

Chloralkali-Elektrolyse

Mittels Chloralkali-Elektrolyse werden aus Natriumchlorid die Grundchemikalien Chlor, Wasserstoff und Natronlauge erzeugt. Dafür wird Stein- oder Siedesalz in Wasser gelöst und als konzentrierte Sole in die Elektrolyse-Zellen gefördert. Chlor, Wasserstoff und Natronlauge werden für die Produktion von Polyvinylchlorid (PVC), also Kunststoffen benötigt.

CK-Stufe

Zweite Trennstufe in der Aufbereitung. Hier erfolgt die Gewinnung des Kaliumchlorids (Sylvin).

Clausthal-Zellerfeld

Bergstadt im Landkreis Goslar in Niedersachsen, Ansiedlung der Technischen Universität Clausthal und Sitz der Fachschule für Wirtschaft und Technik (FWT), die 1998 die Nachfolge der traditionellen Berg- und Hüttenschule Clausthal antrat

CMg-Sufe

Dritte Trennstufe in der Aufbereitung. Hier erfolgt die Gewinnung des Magnesiumsulfates (Kieserit).

D

DOWN UNDER

Kletterpark im Erlebnis Bergwerk Merkers.

Deckgebirge

Gebirgsschichten über der Lagerstätte.

Disproportionierung

Ungewollte Verschiebung der Wertstoffe in den einzelnen Stoffströmen beim Vorgang der Aufmahlung.

Dosierbandwaage

Förderband mit Waage und Geschwindigkeitregelung zum Erfassen und Dosieren von Schüttgütern.

Dünger

K+S Kerngeschäft: Sammelbegriff für Stoffe und Stoffgemische, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau dazu dienen, das Nährstoffangebot für die Kulturpflanzen zu erhöhen.

Durchbauungsgrad

Verhältnis des gewonnenen bzw. zu gewinnenden Lagerstättenteils am gesamten Lagerstätteninhalt eines Abbaubereiches.

Durchhieb

Strecke, die quer zur Vortriebsrichtung aufgefahren wird.

E

Einfahren

Sich nach unter Tage begeben.

Elektrolyse

Als Elektrolyse bezeichnet man die Aufspaltung einer chemischen Verbindung unter Einwirkung elektrischen Stroms.

Entgaser

Anlage zur Reduzierung gasförmiger Bestandteile aus dem Speisewasser vor Einleitung in einen Dampfkessel.

Entstaubungsfilter/Entstaubungszyklon

Apparate zum Abtrennen (Abscheiden) von Stäuben aus der Luft vor Abgabe an die Umwelt.

Erdfall

Ein Erdfall ist der plötzliche Einsturz des Untergrunds infolge eines durch chemische und physikalische Verwitterungsvorgänge entstandenen darunterliegenden Hohlraums (Salz- oder Gipsauslaugung durch Grundwasser) im unterirdischen Karst. Die durch einen Erdfall entstehende Erdsenkung wird im geotechnischen Sprachgebrauch als Erdfalltrichter oder -absturz bezeichnet. Abgegrenzt werden muss der Erdfall von Tagesbrüchen, die durch Bergbauaktivität verursacht werden.

Erdrutsch

Ein Erdrutsch ist das Abgleiten größerer Erd- und Gesteinsmassen, meistens ausgelöst durch starke Niederschläge (langandauernder Regen oder Starkregen) und das dadurch bedingte Eindringen von Wasser zwischen vorher gebundene Bodenschichten. Durch die Schwerkraft und die Verminderung der Haftreibung zwischen den Bodenschichten rutscht der Hang (bei ausreichend großer Hangneigung) ab. Ein großer Erdrutsch wird auch Bergrutsch genannt. Wenn kleine Flächen betroffen sind, auch Hangrutsch oder Hangrutschung.

Erlebnisberg­werk

Stillgelegtes Bergwerk; kleine Teile einer Bergwerksanlage, die erhalten, ausgebaut, gesichert und mit akustischen und visuellen Attraktionen und Ausstellungsstücken versehen werden.

ESTA®

Abk. für Elektrostatische Aufbereitung. Patentiertes Verfahren der K+S zur trockenen Trennung durch Sortierung von Rohsalzen mittels elektrostatischer Aufladung der Mineralien.

Eurosilo

Lagersystem für schwer fließende Schüttgüter. Gehören zu der Kategorie der Bunker.

Exploration

Erkundung von unbekannten Lagerstätten oder Lagerstättenteilen. Um die Beschaffenheit und Menge des enthaltenen Kali-Rohstoffs (Wertstoff) zu ermitteln, wird im Kalibergbau vorzugsweise das Verfahren der Kernbohrung eingesetzt.

Extensive Landwirtschaft

Landwirtschaftliche Betriebe, die unter Inkaufnahme geringerer Produktionsmengen auf Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln verzichten und ausschließlich über ökologischen Landbau betrieben werden.

F

Fäustel

Hammer mit zwei Schlagbahnen; eines der ältesten Arbeitsgeräte des Bergmannes.

Fahren / Fahrung

Jede Fortbewegung von Menschen unter Tage, z.B. auch zu Fuß, Grubenfahrt, Seilfahrt.

Festsalz

Im Gegensatz zu flüssiger Sole ist Festsalz ein in fester Form vorliegendes Salz, wie z. B. Speisesalz und Auftausalz.

Feuchtsalz

In der Siedesalzproduktion ist Feuchtsalz das auskristallisierte Salz mit einem bestimmten Restfeuchtegehalt, das beim Verdampfen der Sole entsteht. Meist wird das Feuchtsalz einer Trocknung zugeführt.

Firstanker

Gewindestange zur Absicherung lockerer Gesteinsschichten in der Firste.

Firste

Jede nach oben begrenzende Fläche („Decke“).

Flache Lagerung

Schwach geneigte bis horizontale Lage der Salzschichten im Gegensatz zu den steil gestellten Salzschichten der Steilen Lagerung. Flache Lagerung findet man auf den K+S Werken Werra und Neuhof-Ellers im Werra/Fulda Revier (siehe Steile Lagerung).

Fleur de Sel

Das ist französisch für "Salzblume", auch "Königin der Salze" genannt, und eine besondere Meersalzqualität. Das Fleur de Sel entsteht bei besonderen Witterungsbedinungen an der Wasseroberfläche der Meersalzsalinen. Das Fleur de Sel ist von seiner Struktur besonders knusprig und hat eine hohe Restfeuchte.

Fließ- / Wirbelbett

Apparat für die kontinuierliche Salzkontaktierung durch Durchströmung eines Schüttgutes mit erwärmter Luft.

Flor de Sal

So heißt "Fleur de Sel" auf Spanisch und Portugiesisch für Salzblüte.

Flora

Gesamtheit der Pflanzenwelt.

Flotation

Aufbereitungsverfahren.

Flöz

Abschnitt innerhalb der geologischen Schichtenfolge, der Kali-Wertstoffminerale enthält. Dies sind in Siegfried-Giesen die kieseritreichen Kali-Flöze Ronnenberg und Staßfurt.

Fluidisierrinne

Förderer bei dem das Schüttgut durch eine von unten anströmendes Luftbett transportiert wird.

Flutbrücken

Brückenbauwerke in potentiellen Überschwemmungsgebieten, welche die Wasserwegsamkeit sicherstellen.

Flutung

Auffüllen der Hohlräume eines stillgelegten Bergwerks mit Wasser oder Salzlösung.

Förderkorb

Dient im Bergbau zur Seilfahrt und zur Förderung der im Bergwerk gewonnenen Bodenschätze.

Fördermaschine

Maschinelle Einrichtung, mit der die Fördereinrichtungen in einem Schacht bewegt werden. Eine Fördermaschine besteht aus Antrieb und Treibmittel, über den das Förderseil läuft und bewegt wird. Entsprechend der Funktion sind Förderkörbe (mehretagige Fahrstühle) zum überwiegenden Teil für den Material- und Personentransport oder Fördergefäße für Schüttgüter im Schacht eingesetzt (siehe Schacht).

Förderturm

Konstruktion, die über dem Schacht eines Bergwerkes errichtet wird; markantestes Merkmal desselben.

Förderung

Im engeren bergmännischen Sprachgebrauch: Transport der gewonnenen Mineralien, hier der Kali-Rohsalze.

Im allgemeinen Sprachgebrauch: Menge der in einem bestimmten Zeitraum gewonnenen und nach über Tage geförderten Kali-Rohsalze in z.B. [Tonnage/Jahr].

Freifallscheider

Apparat zur Sortierung von Mineralien im elektrischen Feld (siehe ESTA®).

Frischwetter

Unverbrauchte frische Luft unter Tage.

G

Gasturbine

Apparat zur Stromerzeugung mittels Erdgas.

Gasübergabestation

Anlage am Übergabepunkt zwischen externen und werksinternen Erdgasnetz.

Gebirgs­druck

Das Wirksamwerden von Spannungen im Gebirge nach dem Auffahren.

Gebirgsschlag

Schlagartig und plötzlich auftretende Bewegung / Erschütterung oder Zusammenbruch im Gebirge um bergmännisch geschaffene Hohlräume als Folge von Entspannungsvorgängen im Gebirgskörper bei zu schwacher Festendimensionierung.

Gedinge

Vereinbarung über eine für ein bestimmtes Entgelt zu erbringende Arbeitsleistung (Akkord).

Geleucht

Gesamtheit der in der Grube von den Bergleuten angewandten Leuchtmittel, insbesondere die Grubenlampe als Teil der persönlichen Schutzausrüstung

Gesamtsenkungstrog

Senkungstrog über einem Grubengebäude, der durch die additive Überlagerung mehrerer Einzeltröge geformt wird.

Gewerbesalz

Als Gewerbesalz werden die Salzqualitäten bezeichnet, die im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe eingesetzt werden. Gewerbesalze sind z. B. Färbesalze für die Textilindustrie oder Häutesalze für die Leder- und Pelzverarbeitung.

Gewinnung

Herauslösen der Gesteine aus dem natürlichen Gebirgsverbund

Gewinnungsverfahren

Siehe Abbauverfahren.

Gezähe

Werkzeug des Bergmanns

Glückauf, Glück auf!

Das Glückauf oder der Ausruf "Glück auf!" ist ein traditioneller Bergmannsgruß. Der Überlieferung nach soll er Ende des 16. Jahrhunderts im sächsischen Erzgebirge entstanden sein und die Hoffnung der Bergleute zum Ausdruck bringen, dass sich Erzgänge auftun. Denn beim Abbau von Erz war in jener Zeit oft ungewiss, ob die Arbeit der Bergleute überhaupt erfolgreich sein und bezahlt würde. Außerdem wird mit diesem Gruß der Wunsch verbunden, dass die Bergleute nach der Schicht alle gesund und unversehrt wieder aus dem Bergwerk ausfahren und zu ihren Familien zurückkehren.

Granulierteller

Maschine zum Erzeugen von Granulat mittels rotierendem Teller.

Großlochbohrwagen

Mobile Maschine zum Bohren von Einbruchslöchern bei der Streckenauffahrung.

Grube, Grubenbau, Grubengebäude

Als Grubenbaue bezeichnet man Hohlräume, die zum Abbau von mineralischen Rohstoffen, wie z. B. Erz, Kohle und Salz, hergestellt werden. Die untertätigen Grubenbaue zusammengefasst werden als Grubengebäude bezeichnet. Das Grubengebäude zusammen mit den maschinellen Einrichtungen ergibt die Grube. Die Grube zusammen mit den übertägigen Anlagen und Einrichtungen ergibt schließlich eine Bergwerksanlage.

Grubenfahrt

Bergmännischer Ausdruck für den Aufenthalt in einem Bergwerk unter Tage zum Arbeiten, Kontrollieren oder Besichtigen durch Betriebsangehörige oder werksfremde Personen (siehe Fahren/Fahrung).

Grubenfeld

Eine Fläche, innerhalb deren Grenzen das recht besteht, einen oder mehrere Rohstoffe abzubauen.

Grubengebäude

Umfasst die Gesamtheit aller untertägig, bergmännisch erstellten Hohlräume eines Bergwerkes. Dazu zählen Strecken, Schächte, Bunker, Sohlen.

Grubenwehr

Bergbautypische Hilfsorganisation mit der Aufgabe, bei Grubenunglücken und Bränden einzugreifen. Sie ist den Bergwerken angegliedert und stellt eine Art der Werkfeuerwehr dar.

Grubenwarte

Zentrale Steuerwarte, aus der alle sicherheitstechnischen und prozessrelevanten Funktionen eines Bergwerkes überwacht, kontrolliert und reguliert werden. Sie befindet sich an einer zentralen Stelle im Übertagebetrieb und ist mit Prozessrechnern ausgestattet, die alle eingehenden Daten verarbeiten, archivieren und darstellen.

H

Halit (NaCl)

Mineralogische Bezeichnung für Steinsalz (Natriumchlorid).

Halde

Aufschüttung von nicht verwertbaren Gesteinen.

Halokinese

Vorgang des autonomen Salzaufstiegs aus dem Untergrund, z.B. in Form von Salzstöcken.

Hammermühle

Apparat zur Grobzerkleinerung.

Hangend

Bergmännisch oberhalb; unabhängig von der geologischen Stellung.

Hangendes

Bergmännische Bezeichnung für die über dem Flöz abgelagerten Gebirgsschichten (siehe Liegendes).

Hartsalz

Mineralogische Bezeichnung für Rohsalz, welches neben Kaliumchlorid (Sylvin) auch hohen Anteil an Magnesiumsulfat (Kieserit) enthält.

Hauer

Bergmann im Gewinnungsprozess

Hauptgrubenlüfter

Zentraler, leistungsstarker Ventilator, der die untertägige Luft ansaugt und nach oben durch den Schacht drückt. In diesem Vorhaben wird ein Hauptgrubenlüfter auf der 400 m-Sohle in Schachtnähe des ausziehenden Schachtes Fürstenhall installiert, der den natürlichen Luftstrom unterstützen soll.

HDD-Bohrung

Horizontal Directional Drilling = Horizontalspülbohrverfahren.

Heilige Barbara

Schutzpatronin der Bergleute sowie der Artillerie; Barbaratag ist der 04. Dezember.

Heißlöse­verfahren

Traditionelles Verfahren zur Herstellung von Kalidüngemitteln.

Helmfarbe

gelb: Bergmann
rot: Grubenwehr
grün: Elektriker
blau: Schlosser
orange: Sicherheitsmann
weiß: Aufsicht
grau: Besucher

Horizontalscheider (HZS)

Apparat zur Sortierung von Mineralien im elektrischen Feld.

Hunt

Förderwagen auf Schienen

I

Industriesalz

Als Industriesalz bezeichnen wir die Salzqualitäten, aus denen vor allem die chemische Industrie mittels Chloralkali-Elektrolyse die von ihr für die Produktion von Kunststoffen (z. B. PVC - Polyvinylchlorid) benötigten Grundchemikalien Chlor, Wasserstoff und Natronlauge gewinnt.

Isokatabasen

Linien mit gleicher Senkung an der Tagesoberfläche.

J

Jodsalz

Jodsalz ist ein Speisesalz, das mit Jodat angereichert wird – im Produktionsprozess wird dem Natriumchlorid Kaliumjodat hinzugefügt.

Jungberg­mann

Traditioneller Begriff für einen jugendlichen Facharbeiter; heute: Bergbautechnologe/Bergbautechnologin

K

Kalimand­scharo

Halden des Kalibergbaus.

Kaue

Auf auch Waschkaue genannnt. Ist ein umbauter, übertägiger Raum, der z.B. als Aufenthalts- oder Umkleidemöglichkeit genutzt wird.

Kaverne

Im Bergbau bezeichnet man als Kaverne einen größeren, künstlich geschaffenen Hohlraum unter Tage.

Kesselhaus

Betriebsort der Kesselanlage zur Erzeugung von Dampf.

Kieserit

Mineralogische Bezeichnung für Magnesiumsulfat mit einem Kristallwasser.

Kieserit plus

Granulierter Mineraldünger mir ca. 20 % Kieserit und eine Kalianteil von mindestens > 5 %.

KMg-Fraktion

Wertstofffraktion mit einem angereicherten Kalium- und Magnesiumanteil.

Kochsalz

Kochsalz ist eine andere Bezeichnung für Natriumchlorid, wird aber oft auch synonym für Speise- bzw. Tafelsalz verwendet.

Es wird durch Kochen oder Verdampfen von Sole oder Meerwasser gewonnen. Dieses Herstellungsverfahren wird vor allem in der industriellen Salzherstellung in Salinen angewandt.

Kompaktsalz

Durch Pressen verdichtetes oder kompaktiertes Salz wird Kompaktsalz genannt.

Kondensat

Durch Kühlung wieder zu Wasser verflüssigter Dampf, welcher erneut als Speisewasser für den Dampferzeuger verwendet wird.

Konditionierungsmittel

Chemische Reagenzien.

Konvergenz

  1. Zusammengehen(fließen) eines Hohlraumes. Dieser Prozess läuft im Salzgebirge über sehr große Zeiträume ab (mehrere 100 Jahre).
  2. Annäherung zwischen Hangendem (Decke einer Strecke) und Liegendem (Boden einer Strecke) als Maß der Deformation in den Grubenbauen (z.B. Strecken und Abbaue).

Korn-Kali 40/6

Granuliertes Düngemittelprodukt mit den Wertstoffgehalten 40 % K2O und 6 % MgO.

Kristallisation

Als Kristallisation bezeichnet man bei der Salzherstellung das Entstehen und das Wachsen von gelösten Salzen zu Kristallen.

In den überwiegenden Fällen geschieht dies unter Druck in geschlossenen Verdampferanlagen. Das so gewonnene Salz wird Siedesalz genannt.

Kumpel

Umgangssprachliche Bezeichnung für den Bergmann

L

Ladeort

Untertätige Strecke, wo das zu ladende Haufwerk (Kali-Rohsalz) unmittelbar liegt.

Lader

Baumaschine zum Laden und Transportieren von Rohstoffen über kurze Strecken

Ladestrecke

Untertägige Strecke zum Abtransport von Haufwerk (Kali-Rohsalz) aus einem laufenden Abbau mit einer Großmaschine (Lader).

Lager

Bauwürdiges Kali-Flöz; Zählung nach Zugehörigkeit zu Lagerbereichen.

Lagerbereich

Teilbereich des Salzstocks, in dem die sich darin befindenden Kali-Lager einer gemeinsamen geologischen Struktur angehören. Der Salzstock Sarstedt ist in 8 Lagerbereiche eingeteilt.

Lagermächtigkeit (Mächtigkeit)

Dicke eines Flözes in Metern.

Lagerstätte, Salzlagerstätte

Lagerstätten sind bestimmte Bereiche der Erdkruste, in denen sich natürliche Konzentrationen von festen, flüssigen oder gasförmigen Rohstoffen befinden.

Nach Anordnung und Form dieser Vorkommen unterscheidet man flach gelagerte Lagerstätten und die Form des Salzdoms oder Salzstocks.

Als flach gelagerte Lagerstätten bezeichnet man die ursprüngliche Form, die nicht durch tektonische Kräfte aus dem Erdinneren verformt wurde.

Lampenstube

Raum zur Aufbewahrung, Ausgabe, Reparatur und zum Aufladen der Grubenlampen

Leckstein

Ein Leckstein oder Salzleckstein ist ein Stein aus Salz, der für Nutztiere wie Kühe oder Pferde, Haustiere oder Kleintiere verwendet wird. Meist wird hierzu Stein- oder Siedesalz – naturbelassen oder mit weiteren Mineralstoffen und Spurenelementen sowie Kräutern oder Aromen angereichert – in Blockform gepresst.

Liegend

Bergmännisch unterhalb; unabhängig von der geologischen Stellung.

Liegendes

Bergmännische Bezeichnung für die unterhalb eines Flözes abgelagerten Gebirgsschichten (siehe Hangendes).

LK Hi

Landeskreis Hildesheim.

Lutte

Rohrleitungsstück, flexibel oder starr aus Kunststoff oder Stahlblech, für Bewetterungszwecke (Belüftung)

M

Markscheide

Grenze eines Grubenfeldes, Grenze zwischen Grubenfeldern.

Markscheider

Amtlich bestellter Bergvermessungsingenieur.

Mächtigkeit

Dicke einer Gesteinsschicht.

Meersalz

Meersalz wird in sogenannten Salzgärten durch Kristallisation aus Meerwasser gewonnen. Bei der Kristallisation spielen Sonnen- und Windeinwirkung eine große Rolle. Im Meersalz sind neben Natriumchlorid auch noch geringe Mengen oder Spuren von anderen Stoffen enthalten, unter anderem Salze von Kalium, Magnesium und Mangan.

Mineralisierte Wässer

Wasser, welches gelöste Mineralien in höherer Konzentration enthält.

Mittelgut

Stoffstrom zwischen Wertstoff und Rückstand.

Monte Kali

Halde des Kalibergbaus.

m-Sohle

Tiefenlage in Meter unter der Erdoberfläche.

Mulde

Gefaltete Gesteinsschichten, bei denen die jüngeren Schichten im Kern liegen.

Mundloch

Anfang/Ende eines Stollens an der Tagesoberfläche.

N

Natriumchlorid, NaCl

Natriumchlorid, NaCl, auch Kochsalz oder mineralogisch Halit (von griechisch "hals" = Salz und "lithos" = Stein) genannt, ist in der Natur in großer Menge vorhanden, teils gelöst im Meerwasser, teils in fester Form und in unterschiedlichen Konzentrationen in zahlreichen Gesteinen, wie z. B. Sylvinit und Carnallitit.

Nebengestein

Das eine Kali-Lagerstätte umschließende Gestein. Im Kalibergbau wird das Kali-Flöz durch das Hangende und das Liegende des Nebengesteins begrenzt. Zum überwiegenden Teil handelt es sich Steinsalz.

Nicht mineralisierte Wässer

Niederschlagswässer, die als Oberflächenabfluss von der Halde oder in der Oberflächenabdeckung der Halde und von befestigten Flächen abfließen und in Haldengräben gefasst werden und nicht oder nur gering mineralisiert sind.

Nitritpökelsalz

siehe Pökelsalz

Normierter Gesamtsenkungstrog

Gesamtsenkungstrog, dessen Tiefe durch die Gewinnungsanteile der einzelnen Abbaubereiche bestimmt wird. Im Abbaubereich mit der größten erwarteten Gewinnungsmenge, für die der tiefste Einzelsenkungstrog prognostiziert wird, wird die relative Senkung 100 zugeordnet. Die Senkungsbeträge der anderen Abbaubereiche mit geringeren Gewinnungsmengen und entsprechend flacheren Einzeltrögen werden auf diesen Wert normiert.

O

Ort

Die Stelle, wo abgebaut oder eine Strecke vorgetrieben wird („vor Ort“).

Ortsbrust

Wand am Ende einer Strecke, an der Vortrieb stattfindet oder stattgefunden hat.

P

Packen

Gesteinsschicht im Flöz oder zwischen Flöz und Nebengestein.

PDV

PDV = Pure Dried Vacuum salt; PDV steht für hochreines getrocknetes Siedesalz, das aufgrund seiner Reinheit häufig als Speisesalz, für industrielle Anwendungen und für pharmazeutische Anwendungen eingesetzt wird.

Pfeiler

Bergfeste zum Tragen und Stützen des Deckgebirges.

Pharmasalz

Salz in Pharmakopoe-Qualität ist ein wichtiger Grundstoff, aus dem beispielsweise Infusionen und Dialyselösungen hergestellt werden. Außerdem findet Salz in der Produktion von Medikamenten und diätetischen Lebensmitteln Verwendung sowie in Kosmetik- und Wellnessprodukten.

Pneumatische Förderanlage

Anlage zum Transport von Schüttgut mittels Luftstrom.

Pökelsalz

Pökelsalz ist ein speziell für das Pökeln von Fleisch und Fleischerzeugnissen mit Nitrit angereichertes Salz. Neben dem Räuchern ist das Pökeln eines der ältesten Konservierungsverfahren für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Es bewahrt Farbe und Essbarkeit von Fleischprodukten, verleiht den Fleischwaren das typische Pökelaroma und dient außerdem als Anti-Oxidationsmittel.

Prallmühle

Maschine zur Feinzerkleinerung von Schüttgut.

Produktionsrückstand

Nicht verwendbarer Restbestandteil des entwerteten Rohsalzes.

Q

Querort

Strecke, die quer zur Vortriebsrichtung aufgefahren wird

R

Regeneriersalz

Als Regeneriersalz bezeichnet man Spezialsalze für Wasserenthärtungsanlagen und Geschirrspülmaschinen. Sie dienen dazu, das Ionenaustauscher-Material zu regenerieren, d. h. seine Aufnahmefähigkeit für die Härtebildner im Wasser - vor allem Kalzium- und Magnesium-Ionen - wiederherzustellen.

Relative Feuchtigkeit

Maßzahl für die Luftfeuchte (Angabe in %).

Revier

Eine der Aufsicht eines Steigers unterstehende Gewinnungsabteilung des Grubengebäudes.

Richtstrecke

Strecke mit möglichst geradlinigem Verlauf für Fahr- bzw. Bandstrecken. Auffahrung dieser Strecken im Nebengestein (hier Steinsalz, ein Teil des A+V-Salzes).

Rieselhilfe

Rieselhilfen, oder Rieselhilfsmittel, sind Trennmittel, die dem Salz zugemischt werden, um ein Verklumpen oder Verkleben zu verhindern und so die Rieselfähigkeit zu erhalten. Die gängigsten Rieselhilfen sind Ferrocyanid (E535), Calciumcarbonat (E170) und Magnesiumcarbonat (E504).

Rohrkettenförderer

Stetigförderer für Schüttgut im geschlossenen Rohr mittels umlaufender Kette.

Rohsalz

Bergmännisch gewonnenes/abgebautes Gestein vor der Aufbereitung.

Rollloch

Bohrtechnisch erstellte, vertikales oder schwach geneigtes Loch zum Transport von Haufwerk.

Riss

Zeichnerische Darstellung der Grubenbaue

Rückstand

Siehe Produktionsrückstand.

S

Salär
Das Wort "Salär" (= Arbeitsentgelt, Vergütung) leitet sich vom lateinischen Wort "sal" (= Salz) ab.

In alter Zeit war die Salzgewinnung erheblich aufwändiger und gefährlicher als heute. Salz war daher erheblich teurer, ja kostbar, und wurde mit Gold aufgewogen. Deshalb wurde Salz zeitweise auch als Zahlungsmittel akzeptiert. So erhielten römische Soldaten einen Teil ihres Soldes in Form von Salz, das sog. "salarium argentum" ("sal" = Salz, "argentum" = Silber / Geld, also praktisch Salz-Geld).

Saline

Als Saline bezeichnet man eine Anlage oder einen Betrieb zur Gewinnung von Salz - mit der Ausnahme von Salzbergwerken, in denen Salz bergmännisch abgebaut wird.

Man unterscheidet:

  • Siedesalinen, in denen aus gesättigter Sole mittels Verdampfung sog. Siedesalz (auch Salinensalz oder raffiniertes Salz genannt) hergestellt wird;
  • Meerwassersalinen, in denen aus Meerwasser mittels Verdunstung Meersalz gewonnen wird.

Salzdom oder Salzstock

So bezeichnet man eine überwiegend steile Anordnung der Lagerstätte. Hier haben tektonische Kräfte aus dem Erdinneren auf die ursprünglich flach gelagerte Lagerstätte eingewirkt und diese verformt, z. B. sie in eine steile, etwa pilzförmige Form hochgedrückt.

Salzgarten

Ein Salzgarten ist eine Meerwassersaline, in der aus Meerwasser mittels Verdunstung Meersalz gewonnen wird.

Salztabletten, Tablettensalz

In Tablettenform gepresstes Salz wird vor allem als Regeneriersalz bei der Wasserenthärtung eingesetzt.

Sandstein

Sedimentgestein, das überwiegend Quarz und nur geringe Anteile an Tonerdemineralien enthält.

Sattelstruktur

Gefaltete Gesteinsschichten, bei denen die älteren Schichten im Kern liegen.

Sauberlader

Mobile Maschine zum Laden kleiner Haufwerksmengen und zum Säubern von z.B. Bandstrecken.

Schacht

Senkrechte/vertikale Röhre (Grubenbau), mit dem eine Lagerstätte von der Tagesoberfläche aus erschlossen ist. Nach dem Verwendungszweck wird unterschieden in Wetter-, Förder-, Seilfahrt- und Materialschacht.

Schachtanlage

Teil eines Bergwerkes, das in Folge seiner Größe in mehrere – nicht autarke – Schachtanlagen aufgeteilt ist. In diesem Vorhaben z.B. Schachtanlage Siegfried-Giesen, Schachtanlage Glückauf-Sarstedt, Schachtanlage Fürsten-hall, Schachtanlage Rössing-Barnten.

Schießarbeit, Sprengarbeit

Bergmännische Bezeichnung für Sprengarbeiten unter Tage.

Schlägel und Eisen

Symbol für den Bergbau; im historischen Bergbau grundlegende Werkzeuge des Bergmanns.

Schneckenförderer

Stetigförderer für Schüttgut mittels Schnecke im geschlossenen Trog.

Schwingförderrinne

Fördereinrichtung für Schüttgut mittels Vibration.

Sediment

Gestein, das durch Ablagerung auf dem Land oder im Meer gebildet wurde. Das Steinsalz und die Kalisalze zählen zu den Sedimenten.

Seilfahrt

Bergmännischer Ausdruck für Personenbeförderung im Schacht; Ein- und Ausfahrt der Bergleute in einen Schacht mit dem Förderkorb.

Seismik

Ist ein geophysikalisches Untersuchungsverfahren, bei dem nach der Ausbreitung künstlich (Sprengung) erzeugter elastischer Wellen eine flächenhafte Übersicht über den Aufbau des Untergrundes und der Lagerstätte gewonnen wird.

Selbstretter

Atemschutzgerät, das den Träger für eine bestimmte Zeit von der Umgebungsluft unabhängig macht.

Senkung

Vertikale, nach unten gerichtete Punktbewegung an der Tagesoberfläche.

Senkungsrate

Senkung innerhalb einer Zeiteinheit (z.B. innerhalb eines Jahres).

Siebmaschine

Maschine zur Trennung von Fraktionen.

Siedesalz, raffiniertes Salz, Salinensalz

Siedesalz wird in Salinen mittels Verdampfung aus gesättigter Sole gewonnen. Dabei kann eine natürliche Solequelle genutzt oder das Verfahren der Bohrlochsolung angewendet werden.

Silo

Lagerbehälter für Schüttgut.

Skip

Gefäß zur Förderung von Kali-Rohsalz im Schacht; Teil der Schachtfördereinrichtung.

Sohle

Als Sohle bezeichnet man den Boden eines Grubenbaus; aber auch die Höhenlage eines horizontalen Streckensystems in einer Grube; z. B. liegt die 700-Meter-Sohle 700 Meter unter der Erdoberfläche.

  1. Alle in einem etwa gleichen Niveau aufgefahrenen Grubenbaue (Stockwerke eines Bergwerks unter Tage).
  2. Teil des Hohlraums (Strecke) auf dem man steht.
  3. Hauptsohlen: obere und untere Begrenzung der Bauscheiben für Zwecke der Bewetterung, Förderung, Versatzführung sowie Fahrung.
  4. Teilsohlen: Gewinnungsstrecken im Lager.

Auch:

  1. „Grubenfußboden“
  2. Die einzelnen Etagen eines Bergwerkes.

Sole

Sole ist eine Salz-Wasser-Lösung. Als Sole bezeichnet man sowohl eine natürliche Salzwasserquelle als auch eine aus in Wasser gelöstem Salz hergestellte Lösung.

Sortensalz

Als Sortensalz bezeichnen wir bei esco alle Salzprodukte, die nicht zu den Auftausalz- und Winterdienstprodukten gehören. Sortensalze sind also alle Speise- und Tafelsalze, Gewerbesalze, Pharmasalze etc. - unabhängig davon, ob es sich dabei um ein Produkt aus Steinsalz oder Siedesalz handelt.

Speisesalz

Allgemein versteht man unter Speisesalz das Natriumchlorid oder Kochsalz, das über die Nahrung aufgenommen wird. Speisesalz ist mengenmäßig der wichtigste Mineralstoff in der menschlichen Ernährung.

Speisewasser

Aufbereitetes Wasser zur Verwendung im Dampfkesselprozess.

Sprengarbeit

Bergmännische Sammelbezeichnung für den Umgang und Verwendung von Spreng- und Zündmitteln.

Sprengbohr­loch

Zylindrischer Hohlraum im Gebirge, Bohrlöcher bis 60 mm Durchmesser werden für die Sprengarbeit benötigt.

Sprengfahr­zeug

Mobile Maschine zum Transport und zur Einbringung von Spreng- und Zündmitteln in Sprengbohrlöcher.

Sprenglochbohrwagen

Mobile Maschine zum Bohren von Sprengbohrlöchern.

Sprengmittellager/ Sprengmittelabstellraum

Ort zum sicheren Lagern, Aufbewahren von Spreng- und Zündmitteln sowie der zugehörigen Hilfsmaterialien.

Standort

Unter Standort werden sämtliche zum Betrieb des Werkes Siegfried-Giesen notwendigen betrieblichen Standorte definiert. Hier: Siegfried-Giesen, Glück-auf-Sarstedt, Hafen Harsum, Fürstenhall und Rössing-Barnten (siehe Betriebsteil).

Stapelbecken

Speicherbecken.

Steiger

Der Steiger ist historisch eine Aufsichtsperson im Bergbau. Er ist für einen Bereich des Bergwerks und die ihm unterstellten Personen verantwortlich. Man unterscheidet zwischen Elektrosteiger, Maschinensteiger, Wettersteiger, Vermessungssteiger und bergmännischen Steigern wie Abbausteiger und Fördersteiger. Historische Beförderungsstufen in diesem Beruf sind: Reviersteiger, Fahrsteiger und Obersteiger.

Steigerlied

„Glück auf, der Steiger kommt“, Bergmannslied, welches ins deutsche Volksliedgut eingegangen ist.

Steile Lagerung

Stark geneigte bis senkrechte Lage der Salzschichten (Siehe Flache Lagerung). Das einzige Bergwerk, das weltweit noch auf Steiler Lagerung Kalisalz gewinnt, ist das K+S eigene Bergwerk Sigmundshall bei Wunstorf. Siegfried-Giesen ist ebenfalls ein Bergwerk der Steilen Lagerung.

Steinsalz

Steinsalz ist ein Gestein mit einem sehr hohen Natriumchloridanteil, der allerdings je nach Lagerstätte schwankt. Steinsalz wird bergmännisch unter Tage abgebaut.

Die Steinsalzlagerstätten sind vor rund 230 Millionen Jahren durch das Verdunsten früherer Meere entstanden. 
Stichwort: Barrentheorie

Stollen

Im Bergbau bezeichnet ein Stollen einen horizontalen Grubenbau mit Tagesöffnung.

Stoß

Seitliche Begrenzungsfläche eines Grubenbaues (Wände).

Strecke

Im Bergbau bezeichnet eine Strecke einen horizontalen Grubenbau ohne Tagesöffnung. Auch: Hohlraum im Gebirge mit regelmäßigem gleichbleibendem Querschnitt.

Streckenvortriebsmaschine

Zum Herstellen (Auffahren) von Hohlräumen eingesetzte Maschine. Es wird unterschieden in Teilschnitt- und Vollschnittmaschinen. In diesem Vorhaben kommen neben der Bohr- und Sprengarbeit nur Teilschnittmaschinen zum Einsatz.

Streichen

Verlauf von schräggestellten oder verfalteten geologischen Schichten im horizontalen Schnitt.

Strosse

Strossen sind die Abbaublöcke, die zwischen zwei Sohlen im planmäßigen Abbau durch Bohr- und Sprengarbeit gewonnen werden.

Strossenbohrwagen

Mobile Maschine zum Bohren von vertikalen und steil geneigten Sprengbohrlöchern für den Einsatz auf einer Teilsohle (Strosse).

Subrosion

Subrosion (lat. sub = unter und rodere = zerkleinern) bezeichnet in der Geologie die unterirdische Auslaugung und Verfrachtung von meist leichtlöslichem Gestein. Ihr gegenüber steht die Erosion, die Abtragungs- und Verlagerungsprozesse an der Erdoberfläche beschreibt. Subrosion kann durch Sickerwasser verursacht werden oder im Bereich unterirdisch verlaufender, grundwasserleitender Horizonte (Aquifere) in verstärktem Maße auftreten.

Sylvin

Mineralogische Bezeichnung für Kaliumchlorid (KCl).

T

Tafelsalz

Als Tafelsalz werden im Allgemeinen alle Speisesalzprodukte bezeichnet, die in Haushaltspackungen für den Endverbraucher hergestellt und über den Einzelhandel vertrieben werden.

Tagebau

Tagebau eignet sich vor allem für den Abbau von Rohstoffen, die relativ dicht unter der Erdoberfläche lagern oder anderweitig zu Tage getreten sind. Beim Tagebau wird die Lagerstätte im Gegensatz zum Tiefbau bzw. Untertagebau freigelegt.

Tagesanlagen

Über Tage befindliche technische Anlagen eines Bergwerks. Dazu zählen Aufbereitung, Materiallager, Werkstätten, Verladung und Verwaltungs- und Sozialgebäude, Infrastruktur und Rückstandshalden.

Teilschnittmaschine

Streckenvortriebsmaschine, die den Hohlraum (z.B. Strecken) abschnittsweise bearbeitet und freilegt. An einem Arm (Ausleger) ist vor Kopf eine sich drehende Walze befestigt, die mit ihren Hartmetall bestückten Meißeln das Gestein herausschneidet. Dieses wird durch die Maschine über eine Ladeeinrichtung anschließend abtransportiert. Die Fortbewegung erfolgt mit Raupenfahrwerken.

TEM

Transienten-Elektromagnetik ist eine aktive Messmethode, die Aussagen über elektrische Leitfähigkeiten des Untergrundes gestattet.

Teufe

Die Teufe ist der senkrechte Abstand von einem definierten Referenzpunkt auf der Oberfläche zu einem Punkt unter Tage. Die Teufe sagt aus, wie tief ein Punkt unter der Oberfläche liegt, ist also Synonym für Tiefe.

Trennfaktor

Dimensionsloser Wert für die Selektivität (Wirksamkeit) einer Trennung.

Trennmittel

siehe Rieselhilfe

Triboelektrische Aufladung

Elektrostatische Aufladung durch Aneinanderreiben der Salzmineralien (Reibungselektrizität).

Trogkettenförderer

Stetigförderer für Schüttgut im geschlossenen Trog mittels umlaufender Kette.

Trommel

Apparat zum Trocknen, Kühlen, Glätten von Schüttgut mittels rotierendem Rohr.

Tzscherper­mahlzeit

Rustikales Bergmannsessen

U

über Tage

Alle Bergwerksanlagen über der Erdoberfläche.

unter Tage

Alle Bergwerksanlagen unter der Erdoberfläche.

Untertagebau

Untertagebau oder Tiefbau nennt man den Abbau von Lagerstätten unter Tage im Gegensatz zum Tagebau. Die Lagerstätte wird über Schächte und Stollen erreicht.

unverritzt

Vom Bergbau unberührt.

V

Verhieb

Ist die Art und Weise, mit der ein in Angriff genommener Abbaustoß abgebaut wird.

Verladestraße

Verbindungstraße zwischen dem öffentlichen Verkehrsweg Lather-Wischweg und der Gebäude der LKW-Verladung auf dem Werksgelände.

Versatz

Nicht werthaltiges Salz, das unter Tage zur Verfüllung von Hohlräumen dient. Man unterscheidet das A+V-Salz, das direkt unter Tage als Sofortversatz in die Hohlräume verbracht wird, und die übertägigen Rückstande aus der Aufbereitung, die zum größten Teil ebenfalls nach unter Tage in die Hohlräume verbracht werden.

Versatzverfahren

Einbringverfahrenen (Transport und Technik) von A+V-Salzen und Rückstand in den nach der Gewinnung des Rohstoffs freigelegten Hohlraum. Stand der Technik in der Steilen Lagerung (Sigmundshall, Siegfried-Giesen) ist das Trockenversatzverfahren mittels Sturzversatz.

Versiegelte Flächen

Dach- und befestigte Verkehrsflächen auf denen Regenwasser anfällt und nicht oder nur sehr bedingt in den Untergrund versickern kann.

Vertaubung

Bereich innerhalb des Kali-Flözes mit wenig bis keinem Wertstoffgehalt.

Verwachsung

Zusammenschluss einzelner Mineralphasen in einem Mineral.

Vollfläche

Mindestfläche eines Abbaufeldes, bei der keine stützenden Randwirkungen mehr auftreten, so dass das gesamte Gewicht des Deckgebirges auf dem Abbau liegt und maximale übertägige Senkungen auftreten.

Vorfluter

Gewässer, in das mit wasserrechtlicher Erlaubnis Abwasser eingeleitet wird.

vor Ort

Untertägige Arbeitsstelle, insbesondere im Streckenvortrieb (siehe Ortsbrust).

Vortrieb

Herstellung einer Strecke im anstehenden Gebirge.

W

Walzenpresse

Maschine zur Kompaktierung von Schüttgut zwischen zwei sich gegenläufig drehenden Walzen.

Wasseraufbereitung

Anlage zur Herstellung von Speisewasser.

Weißes Gold

Weißes Gold ist im Allgemeinen ein Synonym für weiße Stoffe, die aufgrund ihrer Kostbarkeit als Gold, also als etwas sehr Kostbares, bezeichnet werden - ohne überhaupt Gold oder Weißgold zu sein.

Salz wird traditionell auch weißes Gold genannt.

Wellkastenband

Stetigförderer für Schütt- und Stückgut mittels umlaufendem Gurt für ansteigende Förderung.

Werksstraßen

Sämtliche Verkehrswege, die sich auf den Grundstücken der einzelnen Betriebsteile befinden.

Wertstoff

Verwertbarer Anteil des Rohsalzes (Hier Kalium und Magnesium).

Wetter

Die untertägig im Grubengebäude bewegten Luftströme. Es werden unterschieden:

  • Frischwetter, übertägig angesaugte Luft,
  • Abwetter, die aus dem Grubengebäude abgesaugte Luft oder
  • Mit Wetterführung wird das gezielte Leiten der Luftströme zu allen Punkten des Grubengebäudes bezeichnet.

Wetter­führung

Verteilung der Wetter auf die verschiedenen Bereiche eines Bergwerkes.

Wetterloch

Bohrtechnisch erstellte vertikale oder geneigte Großbohrlöcher im Salzgestein zur Verteilung der Wetter im Grubengebäude.

Z

Zellenradschleuse

Dosiereinrichtung für Schüttgut.

zünden

Einleiten und Ablauf des Zündvorganges beim Sprengen.

Zünd­maschine

Gerät zum Erzeugen des Stroms für die Sprengung.

Zweiwegefahrzeug

Fahrzeug für wahlweise Fahrten auf Gleis oder Straße.