C:LIGHT
Unser Beitrag zur CO2-reduzierten Landwirtschaft
Die industrielle Landwirtschaft ist ein überlebenswichtiger und systemkritischer Faktor. Dennoch gehen 33 % der globalen Treibhausgase auf die Lebensmittelproduktion zurück, wobei insbesondere die Düngemittelproduktion und -anwendung als Hauptverursacher gelten. K+S, als Vorreiter für nachhaltigen und umweltschonenden Bergbau, übernimmt Verantwortung und bietet mit C:LIGHT erstmals CO2-reduzierte Kalium- und Magnesiumdüngemittel an.
Kalium – der logische nächste Schritt in der CO2-Reduktion nach Stickstoff
Neben der bedeutenden Rolle von innovativen Stickstoffdüngemitteln in der CO2-Reduktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse kann insbesondere bei Kulturen mit hohem Kaliumbedarf, wie bspw. der Zuckerrübe, der CO2-Fußabdruck von Kaliumdüngemitteln den Unterschied machen. Genau hier setzten wir mit unseren C:LIGHT-Produkten an.
Bei der Herstellung unserer Produkte setzen wir vermehrt auf Strom aus erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung. Dadurch reduzieren wir den Einsatz von ansonsten benötigtem fossilem Erdgas und senken unseren CO₂-Fußabdruck spürbar.
Eigene Produktionslinien, die jederzeit ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, haben wir nicht. Dennoch verfolgen wir das klare Ziel, aktiv zu einer CO₂-reduzierten Landwirtschaft beizutragen. Deshalb beziehen wir Herkunftsnachweise (HKN) von erneuerbaren Energien. Diese ordnen wir dem für die Produktion von unseren C:LIGHT-Produkten benötigten Strom als wesentlichen Energieträger zu.
Um dies sichtbar zu machen, nutzen wir eine bilanzielle Zuordnung. Vereinfacht ausgedrückt wird bei den C:LIGHT-Produkten der errechnete Wärmebedarf aus Erdgas durch Strom ersetzt. Darüber hinaus wird der Strombedarf entlang sämtlicher Produktionsschritte, die keine vorherige Umwandlung von Strom in Wärme erfordern, vollständig durch über HKN belegte erneuerbare Energien gedeckt.
Beispielhafte Produkte
der C:LIGHT-Produktfamilie
Mit einer von der DEKRA Assurance Services GmbH verifizierten Berechnungsmethode ermitteln wir die individuellen Wärme- und Strombedarfe sowie die daraus resultierenden CO₂-Emissionen für jedes unserer Produkte.
Der Wärmebedarf wird derzeit überwiegend durch Erdgas gedeckt. Der Strom wird teilweise in eigenen Gaskraftwerken erzeugt und teilweise aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen.
Für die Herstellung unserer Produkte kommen im Wesentlichen folgende Energieträger zum Einsatz:
- Diesel, insbesondere für den untertägigen Abbau der Rohsalze,
- Strom, sowohl Untertage als auch Übertage, sowie
- Erdgas, vor allem im Übertagebetrieb, in Kraftwerken und in den Trocknungsanlagen
Zur Reduzierung unseres Erdgasverbrauchs und der damit verbundenen CO₂-Emissionen betreiben wir an unseren deutschen Standorten Werra, Neuhof-Ellers und Zielitz sogenannte Power-to-Heat-(PtH-)Kessel*. In diesen Anlagen wird Strom zur Erzeugung von Wärme eingesetzt.
Die insgesamt erzeugte Wärmemenge reicht derzeit nicht aus, um den vollständigen Wärmebedarf aller Produkte abzudecken. Daher wird diese Wärmemenge bilanziell bestimmten Produkten, den sogenannten C:LIGHT-Produkten, zugeordnet.
Die C:LIGHT-Produkte sind physisch und chemisch identisch mit unseren übrigen Produkten. Aufgrund der integrierten Produktionsprozesse und dem hohen Durchsatz in unserer Produktion ist eine physische oder logistische Trennung innerhalb der Herstellung nicht möglich.
Durch die bilanzielle Zuordnung wird die mit dem Einsatz der PtH-Kessel verbundene CO₂-Einsparung sichtbar und nachvollziehbar gemacht. Konkret wird die in den PtH-Kesseln mittels Strom aus erneuerbaren Energien erzeugte Wärme den C:LIGHT-Produkten so zugewiesen, dass deren berechneter Wärmebedarf durch die tatsächlich innerhalb der letzten zwölf Monate vor Auslieferung erzeugte PtH-Wärme abgedeckt wird. Damit stellen wir sicher, dass für jede ausgelieferte Tonne C:LIGHT rechnerisch diejenige Erdgasmenge eingespart wurde, die andernfalls für die Wärmebereitstellung in Kraftwerken und Trocknungsanlagen erforderlich gewesen wäre.
Für die C:LIGHT-Produkte beziehen wir Herkunftsnachweise sowohl für den Strom, der in den PtH-Kesseln eingesetzt wird, als auch für den rechnerischen Strombedarf der übrigen Produktionsschritte. Diese Herkunftsnachweise belegen, dass der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Energien stammt und in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erzeugt wurde.
Auch veredelte Produkte aus Standorten ohne Primärproduktion – das heißt ohne untertägigen Abbau von Rohsalz und dessen Weiterverarbeitung – können als C:LIGHT-Produkte angeboten werden. Voraussetzung ist, dass als Ausgangsmaterial ein C:LIGHT-(Vor-)Produkt aus einem Primärstandort verwendet wird. Der am jeweiligen Veredelungsstandort eingesetzte Strom wird ebenfalls über Herkunftsnachweise als Strom aus erneuerbaren Energien ausgewiesen.
Durch den Einsatz von Power-to-Heat-Technologie und erneuerbaren Energien zur Wärmeerzeugung leisten wir einen nachweisbaren Beitrag zur Dekarbonisierung der Kali- und Magnesiumindustrie und damit echte Pionierarbeit.
Verdeutlichung der Systematik mit beispielhaften Zahlen:
Für die Herstellung einer Tonne eines konventionellen Produktes wird ein spezifischer Wärmebedarf von 0,4 MWh/t sowie ein spezifischer Strombedarf von 0,2 MWh/t ermittelt.
Für C:LIGHT-Produkte wird der Wärmebedraf in einem Power-to-Heat-(PtH-)Kessel durch den Einsatz von Strom erzeugt. Dadurch wird rechnerisch der Erdgasverbrauch ersetzt, der bei der konventionellen Herstellung zur Deckung des Wärmebedarfs angefallen wäre.
Der gesamte für die Herstellung dieser Tonne zugrunde gelegte Stromeinsatz beläuft sich somit auf 0,6 MWh/t, bestehend aus 0,4 MWh/t für die Wärmeerzeugung im PtH-Kessel sowie 0,2 MWh/t für den übrigen Produktionsprozess. Für diesen Strom werden entsprechende Herkunftsnachweise bezogen, die den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien ausweisen.
Bis zu 90%-ige Reduktion zum konventionellen Produkt
Bei K+S, als Primärproduzent, entsteht der größte Anteil der Emissionen direkt in der Produktion und nicht durch die Verwendung von Vorprodukten. Durch die PtH-Technologie können nachweislich bis zu 90 % der Emissionen (Scope 1 + 2 gemäß GHG-Protokoll) im Vergleich zu unseren konventionell hergestellten Produkten (Referenzjahr 2020) reduziert werden.
K+S nutzt zur Berechnung ihrer CO2-Emissionen international anerkannte Standards. Ein Critical Review unserer Berechnungsmethodik wurde auf Grundlage der ISO 14040 und 14044 durch die DEKRA Assurance Services GmbH durchgeführt. Auf dieser Berechnungsgrundlage werden die einzelnen PCFs auf Hauptgruppenebene aggregiert und mit der deklarierten Einheit "kg CO2e pro Tonne unverpacktes Produkt" ausgewiesen.
Lesen Sie hier mehr über die Ermittlung und Berechnung unserer Produktemissionen: