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Kultur

Getreide

Die KALI Akademie®

Getreide ist Grundnahrungsmittel, Futtermittel und auch nachwachsender Rohstoff. Die Weltgetreideerzeugung ist von internationalem Belang, Anbau und Erzeugung werden permanent erfasst, denn sie ist ein Indikator für die globale Versorgungslage. Gute Ernten sind daher wichtig. Die EU ist seit Jahren international führend im Weizenanbau auch dank der erzielten Hektarerträge. Dabei ist eine nachhaltige und ausgewogene Düngung ein wichtiger Produktionsfaktor. 

Auf einen Blick

Getreideanbau – mit Ausgewogenheit zur Nährstoffeffizienz

Das Zusammenspiel der Nährstoffe untereinander zu kennen, ist Voraussetzung für das Ausschöpfen der Nährstoffeffizienz gerade auch im Getreideanbau. Über diesen Weg lassen sich Ressourcen und Umwelt schonen bei weiterhin guten Erntequalitäten. 

  • Ausgewogene Düngung sichert hohe Erträge und Proteingehalte bei Qualitätsgetreide.
  • Nährstoffbilanzen - Kaliumdüngung wirkt sich positiv auf die Stickstoffaufnahme aus.
  • Magnesium steigert das Wurzelwachstum – ein großer Pluspunkt bei Trockenheit.
  • Schwefel hat vielfältige Funktionen im Eiweißstoffwechsel und sichert somit die Getreidequalität ab.
Bedeutung und Nutzung

Getreide richtig düngen – Qualität ernten

Neben der Verwendung als Nahrungs- und Futtermittel gewinnt Getreide als nachwachsender Rohstoff für die Energie- und Kraftstoffgewinnung an Bedeutung. Die geforderte Qualität des Getreides richtet sich nach der Verwertung.

Ein großer Teil der Qualitätskriterien kann durch die Düngung positiv beeinflusst werden. Daher ist es wichtig, neben einer optimierten Stickstoffdüngung auch die Kalium-, Magnesium- und Schwefeldüngung sowie die Versorgung mit Mikronährstoffen anzupassen. Die Getreidequalität ist nach der Verwertungsrichtung definiert.

Getreide für: Brot Futter Saatgut Brauerei
Ertrag + + + + ++ + + + +
Protein + + + +   + + +
Fallzahl + + +      
Sedimentationswert + + +      
Tausendkorngewicht (TKG) + + + + + +
Siebsortierung +   + + + +
Hektoliter-Gewicht     + + +
Keimfähigkeit     + + + + + +
Mälz- und Braueigenschaften +     + + +

+ = von Bedeutung; + + = wichtig; + + + = sehr wichtig
Nährstoffe

Die wichtigsten Nährstoffe für Getreide

Kalium – unentbehrlich für den Getreideertrag

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Der Kornertrag des Getreides ergibt sich aus der Bestandesdichte (Zahl der ährentragenden Halme pro Quadratmeter) und dem Einzelährenertrag (Kornzahl pro Ähre und Tausendkorngewicht, TKG). Diese Parameter können durch eine gezielte Düngung beeinflusst werden.

  • Die Kaliumversorgung hat entscheidenden Einfluss auf den Wasserhaushalt der Pflanze. Bei optimaler Kaliumversorgung kann das Wasser von der Pflanze effizient genutzt und in Ertrag umgesetzt werden.
  • Mit der verbesserten Bildung von Assimilaten in den Blättern und deren schnellerem Transport in die Körner sowie einem ausgeglichenen Wasserhaushalt kann sich das TKG optimal entwickeln.
  • Kalium erhöht die Zellfestigkeit der Pflanzen. Hierdurch sinkt die Lager- und Pilzanfälligkeit, was sich wiederum positiv auf den Ertrag auswirkt.

Kalium-

Düngungsstufe

Winterweizen

(77 Versuche)

Wintergerste 

(72 Versuche)

Niedrig  43,3 44,1
Optimal 45,8 46,9
Zunahme +5,8 % +6,3 %

Kalium – der Qualitätsgarant bei Getreide

  • Kalium fördert den Anteil größerer Körner > 2,5 mm (Siebsortierung) (siehe Abbildung).
  • Für den Erzeuger von Braugerste und den Getreidevermehrer bedeutet die verbesserte Kornausbildung erhebliche Qualitätsvorteile und damit eine verbesserte Rentabilität.
  • Eine optimierte Kaliumversorgung führt zu einer besseren Ausnutzung und Verwertung des Stickstoffs in der
  • Pflanze, dadurch kommt es zu einer Erhöhung  des Proteingehaltes, des Sedimentationswertes und der Klebermenge.
  • Hohe Proteingehalte sind sowohl für Brot- als auch Futtergetreide ein wichtiges Qualitätskriterium.

Kalium-

Düngungsstufe

 

Winterweizen

(37 Versuche)

Wintergerste

(32 Versuche)

  Proteingehalt Sedimentationswert Proteingehalt
Niedrig 14,8 61 12,9
Optimal 15,6 68 13,4
Zunahme +5,4 % +11,5 % +3,9 %

Schwefel

  • Schwefel aktiviert wichtige Enzyme im Energie- und Fettsäurestoffwechsel. Er ist unerlässlich für die Synthese schwefelhaltiger Aminosäuren, nimmt Einfluss auf die gesamte Proteinsynthese und wirkt sich somit positiv auf den Ertrag und den Proteingehalt aus.
  • Die Schwefeldüngung zu Getreide sichert eine hochwertige Proteinzusammensetzung und damit eine bessere Backqualität.
  • Eine optimale Schwefelversorgung führt zu einer effizienten Stickstoffverwertung. Denn bei Schwefelmangel kann der aufgenommene Stickstoff nicht in Proteine umgebaut werden und es erfolgt ein Signal an die Wurzeln, weniger Stickstoff aufzunehmen. Um Stickstoff optimal zu nutzen, muss also der Pflanzenbedarf an Schwefel gedeckt sein.
  • Darüber hinaus ermöglicht Schwefel der Pflanze, ihre physiologischen Prozesse auch bei Trockenstress optimal aufrecht zu erhalten und Ertragsverluste zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Schwefel ist Bestandteil des Stoffwechselproduktes Glutathion, das als Antioxidant bei Trockenstress entstehende Sauerstoffradikale unschädlich macht und somit  Nekrosen an den Blättern verhindert.

Magnesium – der Qualitätsgarant bei Getreide

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  • Magnesium wirkt sowohl in der vegetativen Wachstumsphase als auch in der Kornfüllphase.
  • Bei der raschen Jugendentwicklung der Getreidepflanzen sichert Magnesium die Ausbildung des Blattgrüns. Des Weiteren wird die frühe Anlage von Ährchen und Körnern realisiert.
  • In der Kornfüllphase ist Magnesium vor allem für die Photosynthese des Fahnenblattes und der Spelzen verantwortlich. Hierdurch wird die Kornfüllung und somit das Tausendkorngewicht verbessert.
Düngeempfehlung

Düngeempfehlungen für Getreide

Ziel der Düngung ist es, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, um langfristig das natürliche Ertragspotential ausschöpfen zu können. Dazu muss ein optimaler Nährstoffgehalt im Boden erhalten werden (in Deutschland Bodengehaltsklasse „C“), d.h. mit dem Erntegut abgefahrene Nährstoffe müssen durch Düngung ersetzt werden. Zuzüglich zum Nährstoffentzug kommen Zuschläge für standortspezifische Verluste (beispielsweise durch Auswaschung) und zum Ausgleich früherer Defizite.

Der Gesamtentzug eines Pflanzenbestandes ergibt sich aus dem Nährstoffentzug durch Abfuhr des Haupternteproduktes (z.B. Korn, Knolle, Rübe) und des Ernterestes (z.B. Stroh, Kraut, Blatt). Verbleiben die Erntereste auf der Fläche, so muss nur der Nährstoffentzug durch das Haupternteprodukt ersetzt werden.

Empfehlungen für Bodendüngung

Die nachfolgenden Düngungsempfehlungen sind berechnet am Nährstoffentzug des Haupt­ernteproduktes auf Basis optimaler Boden-Nährstoffgehalte (in Deutschland Boden­gehalts­klasse „C“). Zuschläge für standortspezifische Verluste durch Aus­wa­schung, Fixierung oder Erosion sind dabei nicht berücksichtigt.

 

Bei einem Getreideertrag von 8t wird für Nährstoffentzüge bei optimaler Nährstoff-Bodengehaltsklasse "C" pro Hektar folgende Düngung gemessen am Gesamtenzug und Entzug durch Haupternteprodukte: 

Gesamtentzug (inkl. Ernte­rück­stände)

140 kg K2O, 30 kg MgO und 20 kg S pro ha

  • 350 kg/ha Korn-Kali® bei Kalium
  • 120  kg/ha ESTA® Kieserit bei Magnesium

Entzug durch Haupternte­produkt

50 K2O kg, 20 kg MgO und 15 kg S pro ha

  • 125 kg/ha Korn-Kali® bei Kalium
  • 100 kg/ha ESTA® Kieserit bei Magnesium 

Produktempfehlungen

Empfehlungen für Blattdüngung

Produktempfehlungen

Zur Deckung des Spitzenbedarfs und zur Bekämpfung latenten Magnesium- und Schwefelmangels werden 15-25 kg/ha EPSO Top® (Bittersalz)  in 5 %iger Lösung empfohlen. Bei starkem Mangel oder sichtbaren Mangelsymptomen kann die Aufwandmenge bis zu 50 kg/ha, aufgesplittet in zwei bis vier Teilapplikationen, erhöht werden.

EPSO Combitop®

Bei zusätzlichem Mikronährstoffbedarf ca. 20-30 kg/ha EPSO Combitop®. (Gesamtaufwandmenge): In Herbstanwendung 10-15 kg/ha ab EC 15. Bei Frühjahrsanwendung zweimalig 10-15 kg/ha ab Vegetationsbeginn.

EPSO Profitop®

Um den Bedarf an den Mikronährstoffen Kupfer, Mangan und Zink zu decken ist die Anwendung von 10-15kg/ha EPSO Profitop® (Gesamtaufwandmenge) ab dem 3-Blatt-Stadium im Frühjahr und von Vegetationsbeginn- bis Sprossbeginn (EC 30/31) empfehlenswert. 

Mangelsymptome

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