Standort Sigmundshall
Sigmundshall

Nach 120 Jahren endete die Kaliförderung

Am 21. Dezember 2018 endet die Kaliförderung im Werk Sigmundshall. Nach fast 120 Jahren Kalibergbau sind die wirtschaftlich gewinnbaren Vorräte erschöpft und die Arbeit zwischen 1.100 und 1.400 Metern Tiefe bringt Menschen und Technik an ihre Grenzen.

Neben den erforderlichen Sicherungsarbeiten, die noch einige Jahre in Anspruch nehmen werden, möchte K+S den Standort zum Innovationszentrum für die Erprobung und Ansiedlung neuer Geschäftsfelder entwickeln.

Kaliwerk Sigmundshall
K+S Minerals and Agriculture GmbH
Adresse
Tienberg 25
31515 Wunstorf
Deutschland
Kontakt
+49 (5031) 104-2407
Standort-Historie

Die Geschichte des Werks Sigmundshall

K+S Standort Siegmundshall Zechenhof 1904
Zechenhof 1904

Sigmundshall ist mit seiner 120-jährigen Geschichte nicht nur ein Spiegel des Zeitgeschehens, sondern führt auch die turbulente Entwicklung des deutschen Kalibergbaus anschaulich vor Augen.

Industriegeschichte im Zeitraffer

1898 – Mitten im „Kaliboom“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird der Schacht Sigmundshall geteuft. Er ist einer von mehr als 200 Kalischächten im Deutschen Reich.

1906 – Bau der Kalifabrik und Beginn der Düngemittelherstellung

1913 – Schacht Weser in Altenhagen wird geteuft und 1914 mit dem Bergwerk Sigmundshall verbunden Kaliabbau auf „Gebrück“ (ca. 1920er Jahre)

1933 – Stilllegung des Werkes im Rahmen der staatlichen Produktionslenkung

1949 – Wiederaufnahme der Produktion als Ersatz für verlorene Kaliwerke in Mitteldeutschland

1960 – Beginn der Schmelzsalzherstellung für metallurgische Anwendungen

1965-1969 – Teufen Schacht Kolenfeld und Ausbau zum einziehenden Wetter- und Materialschacht

Ende der 1960er Jahre – Einführung der gleislosen Fördermaschinen und zügige Mechanisierung der Gewinnungsarbeit

Ende der 1970er Jahre – Leistungssteigerung der Streckenförderung durch Großraumwaggons. Die jährliche Förderung überschreitet 2 Mio. Tonnen (1979)

1992 – Bau einer Anlage zum Recycling von Aluminium-Salz-Schlacken (REKAL)

Aufgabe des Schachtprojektes Husum nordwestlich des Steinhuder Meeres, weil sich durch die Wiedervereinigung die Struktur der deutschen Kali-Industrie grundlegend geändert hatte

1995 – Beginn der Haldenabdeckung mit REKAL-Rückstand und Begrünung

1997 – Erreichen der 1.400-Meter-Sohle

1999 – Aufbau einer neuen Produktionslinie zur Herstellung von Düngemittelspezialitäten auf Hartsalz-/Kieserit-Basis

2001 – Beginn der Kieseritproduktion und Nutzung des Staßfurtflözes (Hartsalz) als zusätzliche Rohsalzbasis, damit Verlängerung der Betriebsdauer

2003 – Die Jahresförderung überschreitet erstmals 3 Mio. Tonnen

2007 – Einführung von Serien-Baumaschinen für die Streckenförderung im Grubenbetrieb

2014 – Rohsalzgewinnung wird fast ausschließlich in den Bereich zwischen 1.150- und 1.400-Meter-Sohle verlagert. Dort herrschen Temperaturen bis zu 50 °C

November 2017 – Der K+S-Vorstand beschließt, die Salzförderung und Kaliproduktion zum Ende des Jahres 2018 einzustellen, da ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich ist. Den von der Schließung betroffenen Mitarbeitern werden neue Arbeitsplätze an anderen Standorten des Unternehmens angeboten.

21.12.2018 – Mit der Förderung der „letzten Tonne“ endet die Kaliproduktion im Werk Sigmundshall. Insgesamt wurden zwischen 1904 und 2018 rund 130 Millionen Tonnen Rohsalz aus dem Salzstock von Bokeloh gefördert und zu Düngemitteln und Industrieprodukten verarbeitet.

ab 2019 – Der Standort wird zum Innovationszentrum für die Erprobung und Ansiedlung neuer Geschäftsaktivitäten entwickelt.

Die REKAL-Anlage produziert im bisherigen Umfang weiter; mit dem dort anfallenden Recyclingrückstand wir die Abdeckung der Halde fortgesetzt. Die Haldenbegrünung soll bis ca. 2037 abgeschlossen werden.

Das Bergwerk wird gesichert und auf die anschließende Flutung, die für stillgelegte Salzbergwerke in Niedersachsen vorgeschrieben ist, vorbereitet.

K+S setzt die laufende Ausbildung von Industriemechanikern, Elektronikern und Chemikanten fort und stellt zur Deckung des Eigenbedarfs an qualifizierten Fachkräften auch 2019 neun neue Auszubildende ein.  Ab dem Jahr 2020 wird nur die Ausbildung der Chemikanten fortgeführt.

 

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