Halde Sigmundshall Hero 5:2
Haldenabdeckung

Auf der grünen Halde sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht

Die Halde Sigmundshall überrascht mit grünem Gras, bunten Blumen und einer großen Vielfalt an Tieren.

Die Abdeckung der Halde Sigmundshall schreitet Jahr für Jahr voran. Der große Salzberg überrascht bereits seit einiger Zeit mit grünem Gras, bunten Blumen und einer großen Vielfalt an Tieren. 

Kamille Halde 16:9
Ein Meer aus weiß, gelb und grün: Fläche mit Kamille-Pflanzen an der Haldenflanke.

Reichhaltige Flora und Fauna

Haldenfuß 16:9
Reh am Fuß der Halde.

Es ist ein Anblick, bei dem jedem Naturliebhaber das Herz aufgeht. Sattes Grün, viele bunte Pflanzen und überall summen Hummeln und Bienen, fliegen Schmetterlinge und andere Insekten. Nein, der Beobachter steht nicht in einem Park oder einem Garten, sondern auf der Rückstandshalde am Standort Sigmundshall. Wie erfolgreich eine Haldenabdeckung sein kann, ist hier im Sommer 2021 besonders gut sichtbar.

„Die Natur nimmt Schritt für Schritt das Zepter wieder in die Hand“, beschreibt Claudia Janák, Leiterin Umwelt und Genehmigungen in Sigmundshall die positive Entwicklung auf der Halde. „Sogar Füchse, Hasen und Rehe leben in den bereits begrünten Flanken der Halde“, sagt Janák. Sie kann die Tiere sogar manchmal abends von ihrem Balkon am nahe gelegenen Tienberg beobachten. Auch Greifvögel wie der Bussard, der Milan oder der Turmfalke haben hier seit einigen Jahren ihre Nistplätze.

Claudia Janák, Leiterin Umwelt und Genehmigungen
Die Natur nimmt Schritt für Schritt das Zepter wieder in die Hand.
Claudia Janák, Leiterin Umwelt und Genehmigungen
Nördliche Flanke Halde Sigmundshall 16:9
Blick auf die nordöstliche Flanke der Halde Sigmundshall.

Vor Ort produziertes Abdeckmaterial

Ziel der Haldenabdeckung ist es, die Entstehung salzhaltiger Haldenwässer, die durch Niederschlag entstehen, stark zu reduzieren und somit Ewigkeitslasten möglichst zu vermeiden. Die Halde in Sigmundshall wird seit gut 20 Jahren abgedeckt. Zur Anwendung kommt ein Substrat, das am Standort in der REKAL-Anlage selbst hergestellt wird. Es entsteht aus dem Recycling von Salzschlacke aus der Aluminiumproduktion und besteht überwiegend aus Tonerde, Silikaten und Salz. Dieses Substrat, das sich hervorragend als Abdeckmaterial eignet, wird etwa 5 Meter dick auf die Halde aufgetragen. Dort bleibt es zunächst rund zwei Jahre liegen, bis der Regen die letzten Salzbestandteile ausgespült hat. Dann wird Gras- bzw. Pflanzensamen auf die Flächen aufgebracht. Zu Beginn der Begrünung und auf den Südflanken mit hoher Sonneneinstrahlung muss zunächst noch gewässert werden. Nach einiger Zeit des Wachstums ist auch dies nicht mehr nötig und die Flächen können vollständig der Natur überlassen werden. „Durch die Abdeckung und Rekultivierung der Haldenfläche verdunsten hier dann über 80 Prozent der anfallenden Haldenwässer“, erläutert Janák.

Marco Szykora, Betriebsassistent
Es ist sehr beeindruckend, wie viele Pflanzenarten und Tiere sich mittlerweile auf und an der Halde angesiedelt haben!
Marco Szykora, Betriebsassistent
Anfahrt Bokeloh 16:9
Die Halde Sigmundshall bei der Anfahrt von Bokeloh (Stadtteil von Wunstorf).

Der große Salzberg ist schon zu rund 40 Prozent abgedeckt. Der Fortschritt ist bereits von Weitem sehr gut sichtbar, zum Beispiel bei der Anfahrt zum Werk aus Richtung Wunstorf. „Auf dem Haldentop und an den begrünten Haldenflanken haben sich mittlerweile über 150 Pflanzenarten angesiedelt. Das ist sehr beeindruckend!“, sagt Betriebsassistent Marco Szykora, der in der REKAL-Anlage am Standort tätig ist und häufig Besucher auf und um die Halde begleitet. 

Abdeckung einer Halde dauert Jahrzehnte

Reitgras 16:9
Mit Reitgras bewachsene Fläche auf dem Haldentop.

Trotz des guten Fortschritts wird es noch rund zehn Jahre dauern, bis die Sigmundshaller Halde komplett begrünt sein wird. „Bei der Haldenabdeckung muss man einen sehr langen Atem haben“, sagt Silvia Niessing, Leiterin Team Halden bei  K+S. „Meist dauert die vollständige Begrünung einer großen Rückstandshalde mehrere Jahrzehnte“, erklärt sie. „An jedem unserer Standorte gibt es spezifische Bedingungen, die wir bei der Abdeckung der Halden beachten müssen“, sagt Niessings Kollege Arne Schmeisky, der beim Gemeinschaftsunternehmen REKS für Halden verantwortlich ist. „Durch die erfolgreiche Begrünung in Sigmundshall haben wir aber sehr viele Erkenntnisse gewonnen, die wir bei der Abdeckung anderer K+S-Halden nutzen können.“

Silvia Niessing, Leiterin Team Halden
Meist dauert die vollständige Begrünung einer großen Rückstandshalde mehrere Jahrzehnte.
Silvia Niessing, Leiterin Team Halden

Und so werden in den kommenden Jahren Stück für Stück auch die letzten noch offenen Flächen des Sigmundshaller „Monte Kali“ allmählich verschwinden. Was dann eines Tages aus dem begrünten Berg wird, ist noch unklar. Fest steht aber schon heute, dass die Haldenbegrünung in Sigmundshall eine Erfolgsgeschichte der Renaturierung einer großen, einstigen Industriefläche ist.  

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