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Für K+S im Ausland

Kassel, Dubai, Sao Paulo: Das sind die bisherigen Stationen von Fabio Miller, der seit gut acht Jahren für K+S beschäftigt ist. Als Geschäftsführer für Brasilien will er K+S im „Powerhaus der Landwirtschaft“ nun deutlich voranbringen.

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Die ersten fünf Jahre seines Lebens verbrachte Fabio Miller im afrikanischen Simbabwe.

Internationalität wurde Fabio Miller in die Wiege gelegt. Er kam im Jahre 1985 im afrikanischen Simbabwe auf die Welt. Sein Vater war als Geologe zu dieser Zeit dort in der Exploration von Uran für deutsche Atomkraftwerksbetreiber beschäftigt. Seine Mutter ist Brasilianerin und bestand darauf, dass er mit ihr zu Hause portugiesisch sprach. „Es war ein ganz schönes Durcheinander mit den Sprachen bei uns früher zu Hause: Deutsch mit dem Vater, portugiesisch mit der Mutter und englisch mit den Geschwistern“, beschreibt Miller die Sprachgewohnheiten in seiner Kindheit. Mit fünf Jahren kam er nach Deutschland und wuchs im pfälzischen Zweibrücken auf. Nach der Schule studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Mainz.

Karrierebeginn im Controlling

Zu K+S nach Kassel kam Fabio Miller Anfang 2014. Dort startete er zunächst im Controlling. „Ich hatte nur ein Vorstellungsgespräch nach meinem Uni-Abschluss, das mit K+S. Eigentlich wollte ich nur ein Jahr bleiben, mittlerweile sind es schon acht Jahre!“ Zwei Jahre später wechselt Miller vom Controlling in die Geschäftsbereichsentwicklung der damaligen K+S KALI GmbH. Er begleitete während dieser Zeit zahlreiche Projekte. Häufig waren damit auch Auslandsreisen verbunden, unter anderem nach Chile, Israel, Marokko, Saudi-Arabien und in den Iran. „Die Zeit in diesem Bereich hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich konnte mich dabei sehr gut beruflich weiterentwickeln“, resümiert er.

 

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Blick aus seiner früheren Wohnung in Dubai im 97. Stock.

Im September 2018 folgte sein erster fester Auslandseinsatz für K+S: Er wurde CFO bei K+S Middle East in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Von dort aus haben wir insbesondere die Distribution unserer Spezialitäten im wichtigen indischen Markt vorangebracht“, berichtet Miller. Als er nach Dubai kam, waren dort gerade mal fünf Mitarbeiter für K+S tätig, die rund 25.000 Tonnen Düngemittel abgesetzt haben. Drei Jahre später waren es bereits 14 Kollegen sowie 140.000 Tonnen, die in dieser Region verkauft wurden.  

In Dubai erlebte er im Frühjahr 2020 auch den Ausbruch der Corona-Pandemie. Insgesamt drei Wochen lang durfte er wegen des lokalen Lockdowns sein Appartement im 53. Stock eines Hochhauses in der Stadt nicht verlassen. Mit dem letzten Flug für längere Zeit schaffte er es am 18. April nach Deutschland zu kommen und arbeitete dann für einige Monate von dort aus. Dann ging es für ihn schon im Oktober weiter nach Südamerika.

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Besprechung im K+S Headquarter: Fabio Miller während seiner Tätigkeit in der Geschäftsbereichsentwicklung der damaligen K+S KALI im Jahre 2017.

Kein Karriereplan

Einen Karriereplan verfolgt der 36-Jährige Miller nicht: „Meine bisherigen Auslandsstationen Dubai und Sao Paulo waren nicht unbedingt geplant. Ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Und ich habe mich dann spontan dafür entschieden“, so Miller. Zunächst hat er sich Ziele für sein Wirken in Brasilien gesetzt: 

Fabio Miller
Ich will hier was erreicht haben, wenn ich eines Tages wieder nach Deutschland zurückkomme. Insbesondere, dass K+S in Brasilien mehr wird als nur ein reiner Lieferant für Kaliumchlorid.“
Fabio Miller

Ambitionierte Ziele in Brasilien

Brasilien ist bereits seit einiger Zeit einer der wichtigsten Wachstumsmärkte von K+S und das „Powerhouse der globalen Landwirtschaft“. Oder auch „die Kornkammer der Chinesen“, wie Fabio Miller es beschreibt. Insgesamt 70 Millionen Tonnen Sojabohnen exportiert das Land derzeit pro Jahr allein nach China. Der Agrarbereich boomt seit Jahren, die Landwirte sind dort Großunternehmer, die mit modernsten Methoden ihre riesigen Flächen bewirtschaften. Auch Mais, Kaffee, Getreide und andere Agrarrohstoffe werden hierzulande im großen Stil angebaut. Und da kommt K+S ins Spiel, denn die meisten dieser Kulturen brauchen Kalidüngemittel, um ordentlich zu wachsen. „Bislang sind wir im brasilianischen Markt mit unserem Standardprodukt Kaliumchlorid, oder MOP, wie man es im Ausland nennt, stark vertreten“, berichtet Miller. Für Brasilien wird das Kaliumchlorid granuliert und pink eingefärbt. „Bald wollen wir hier auch deutlich mehr unserer Spezialitäten verkaufen und K+S als Marke bekannter machen.“ So laufen derzeit vor Ort mehrere Feldversuche, um bald auch das in Europa sehr beliebte Kornkali – ein Mehrnährstoffdünger mit Kalium, Magnesium, Schwefel und Natrium – in Brasilien bei der Düngung von Ölpalmen einzuführen. „Außerdem wollen wir zukünftig unsere Düngemittel auch direkt an den Landwirt verkaufen und nicht nur ausschließlich an den Großhandel, wie bislang“, beschreibt Miller die Strategie im bevölkerungsreichsten Land Südamerikas.

Zu Millers Hauptaufgaben vor Ort gehört insbesondere die Pflege der engen Kontakte zu den wichtigsten Kunden. Dabei ist es sehr hilfreich, dass er portugiesisch spricht: „Das erleichtert natürlich den Umgang mit den Kunden. Aber sie erkennen natürlich schon meinen leichten deutschen Akzent“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Miller muss die rund 150.000 Tonnen Produkt, die monatlich von den K+S-Standorten Bethune in Kanada über Vancouver und von Zielitz und Unterbreizbach über Hamburg per Schiff ankommen, entsprechend den Kundenbestellungen auf die verschiedenen Häfen in Brasilien verteilen. Häufig ist er tagelang im Land unterwegs, um seine Kunden vor Ort oder auf Agrarmessen zu treffen. Miller hält fest, dass „Brasilien für einen Europäer unvorstellbar groß ist, eher ein Kontinent, als ein Land.“

Leben und arbeiten in einer 12-Millionen-Metropole

In Sao Paulo wohnt er gemeinsam mit seiner Partnerin rund 15 Minuten vom Büro entfernt in einer Wohnung. Diese liegt mitten in der Südzone der 12 Millionen-Metropole und wird, wie viele der Wohnhäuser hier, von Sicherheitspersonal überwacht. Denn nachts sollte man in diesem Teil von Sao Paulo nicht allein unterwegs sein, sagt er. „Tagsüber ist das aber alles sicher“. Er schätzt die größte Stadt Brasiliens sehr: „Sao Paulo ist grün und kulturell sehr vielfältig. Besonders das Essen ist hier einfach fantastisch!“

Wie es sich für einen Halb-Brasilianer gehört, hegt Fabio Miller große Sympathien für den Fußballsport. Schon zu Kasseler Zeiten war er Stammspieler, Stimmungskanone und zwischenzeitlich sogar Trainer in der Betriebsmannschaft. Wenn er beruflich in Kassel weilt, schaut er gerne, beim Training vorbei um die alten Kameraden wieder zu sehen.

Auf ein gutes Netzwerk kommt es an

Auf seinen Arbeitgeber angesprochen, gerät Fabio Miller ins Schwärmen: 

Ich hänge an K+S und freue mich, ein Teil dieses Unternehmens zu sein!“

Jüngere:n Kolleg:innen rät er, sich im Unternehmen ein gutes Netzwerk aufzubauen. „Man bringt bei K+S Sachen deutlich schneller voran, wenn man die richtigen Leute in der Firma kennt.“ Wichtig sei es auch, so Miller, Respekt voreinander zu haben und nicht ständig die Ellenbogen auszufahren. Die Hierarchien seien flach und „K+S gibt einem die Möglichkeiten, beruflich voranzukommen“, wenn man das denn auch wolle.

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