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Die Goldsucherin

Seit ihrem Studium zur Geologin ist Miriam Rehder auf der Suche nach Gold. Doch es war nicht immer das Weiße Gold, dem sie auf der Spur war. Bereits auf drei Kontinenten erkundete sie wertvolle Lagerstätten. Heute leitet sie die Geologie am Standort Zielitz und hat damit maßgeblichen Anteil an der Förderung heimischer Rohstoffe.

Geboren und aufgewachsen in Hamburg ist Miriam Rehder ein echtes Nordlicht. Sie entdeckte als Teenager ihre Leidenschaft für Gesteine und die Entstehung und Veränderung der Erde. Im Gespräch erinnert sie sich noch genau an jenen Bericht über eine Geowissenschaftlerin, den sie in einer Zeitschrift als Jugendliche in die Hände bekam. In diesem Moment war ihre Faszination geboren und sie entschied sich kurzerhand für ein Geologiestudium an der Universität Kiel. 

„In Bezug auf Bergbau hat die Uni Kiel leider nicht das gleiche Renommee wie die TU Bergakademie in Freiberg. Daher war der Einstieg in die berufliche Lagerstättenerkundung für mich ein wenig schwierig“, erinnert sich Miriam Rehder.  Doch wer sie kennt, weiß um ihre Entschlossenheit und Kreativität. Weil sich kein Arbeitgeber innerhalb der Bundesrepublik fand, schaute sie einfach über die Landesgrenzen hinaus. Aber statt eines europäischen Nachbarlandes sollte es der große Sprung zum fünften Kontinent werden. „Zu dieser Zeit wurden in Australien viele Bergbauprojekte angeschoben und dementsprechend Fachkräfte gesucht. So erschien mir die Wahrscheinlichkeit hoch, dort den Einstieg zu finden.“

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Also reiste Miriam Rehder durch das Land, verteilte ihre Bewerbungsunterlagen an Headhunter und bewarb sich um eine Festanstellung. Es dauerte nicht lange, da wurde aus Glauben schnell Realität. Sie bekam einen Anruf verbunden mit dem Angebot eines dreimonatigen Einsatzes als Geologin in einem Goldabbau von einem der weltweit größten Goldkonzerne, Barrick Gold Corp., mitten im Outback von Australien. Rückblickend eine der schönsten beruflichen Erfahrung, die sie machen durfte. „Zusammen waren wir rund 200 Kolleginnen und Kollegen, die in einem Camp gelebt haben. Australier, Engländer, Russen, Neuseeländer, Südafrikaner und viele weitere Nationalitäten waren vertreten. Der Teamspirit war unglaublich.“ Neben vieler Jahre an einer bilingualen Schule in Hamburg ist insbesondere ihre aufgeschlossene Art der Schlüssel zur Integration und Kommunikation mit dem Team. Anschließend wurde sie fest übernommen. Das hieß: Mit dem Flugzeug von Perth zur Mine ins Outback. Acht Tage am Stück arbeiten, anschließend sechs Tage frei und dann wieder per Flieger zurück. 

Dem inneren Kompass folgen

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Ob es ihre Abenteuerlust gestillt hat? Im Gegenteil. Nach vier Jahren entschloss sich Miriam Rehder für eine internationale Bewerbung innerhalb des Konzerns. Auch dieses Mal mit Erfolg. Kurzerhand verkaufte sie ihren kompletten Hausstand inklusive Auto und siedelte nach Afrika über. Fortan betreute sie geologisch Bohrprojekte im Goldtagebau in Tansania und Kenia. „Die Schönheit dieser Länder ist unbeschreiblich. Die Vegetation, die Menschen und die Tiere. Es fiel mir leicht, mich schnell in der neuen Umgebung wohlzufühlen“, schwärmt sie noch heute. Also verbrachte sie ihre Freizeit mit Safaris und der Nähe zur Natur. Zeit dafür hatte sie jedoch nur alle anderthalb Monate. Denn dieses Mal war das Arbeitszeitmodell noch anspruchsvoller: sechs Wochen am Stück zwölf Stunden Schicht und anschließend drei Wochen frei. „Meine Freizeit habe ich größtenteils mit Reisen verbracht. Natürlich auch, um meine Familie in Deutschland regelmäßig zu besuchen.“ 

Der anschließende Schritt verändert Miriam Rehder in ihrer Motivation. Mit einem kleinen Team von Geologen ging sie nach Westafrika. Ihr Arbeitgeber verfolgte Explorationsprojekte zur Goldlagerstättensuche in Burkina Faso, Mali und der Elfenbeinküste. Für Miriam Rehder eine aufreibende Zeit. Das Team hatte Schwierigkeiten mit der Sprache, da häufig eine lokale Dorfsprache anstatt Französisch oder Englisch gesprochen wurde. „Es war ein ungefilterter Blick in die Vielfalt Afrikas. Westafrika fällt gegenüber meinem ersten Einsatz in Ostafrika nicht nur landschaftlich etwas ab. Auch die Arbeit war mühselig und auf Dauer erschöpfend.“

Miriam Rehder
Die geologischen Herausforderungen und Besonderheiten begeistern mich jeden Tag aufs Neue. Ich liebe es, unter Tage zu sein.“
Miriam Rehder

Vom Kilimandscharo zum Kalimandscharo

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In ihr wuchs der Wunsch nach einer Heimkehr. „Ohne es Heimweh bezeichnen zu wollen, hatte ich das Gefühl, wieder einen zentralen Ort – eine Basis – für mich finden zu wollen“, erinnert sie sich an die damalige Zeit. Und diese Basis sollte im besten Fall so nah wie möglich an ihrem Heimatort Hamburg gelegen sein. Und so passt es in ihren Lebenslauf, dass zu diesem Zeitpunkt im Werk Zielitz eine Stelle als Geolog:in ausgeschrieben war. „Ein absoluter Glücksfall für mich. Ich habe die Nähe zu meiner Heimatstadt, meiner Familie, meinen Freunden und kann weiterhin meiner Leidenschaft nachgehen.“

Seit 2015 ist Miriam Rehder am Standort Zielitz in der Grube tätig. Zunächst als Produktionsgeologin eingestellt, hat sie im vergangenen Jahr die Leitung der Geologie und Exploration am Standort übernommen. Und es scheint, als bleibe sie für längere Zeit hier. „Das Team, mit dem ich arbeite, ist super. Die geologischen Herausforderungen und Besonderheiten begeistern mich jeden Tag aufs Neue. Ich liebe es, unter Tage zu sein.“

 

Im Gespräch unter Tage
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Miriam Rehder
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Exploration
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